In der Zeit vom 16.11.2011 bis zum 14.10.2011 wurde die von der Peter Rohland Stiftung erstellte Ausstellung zu Peter Rohlands Leben und Werk unter dem Titel "Peter Rohland und das politische Lied" im Willy-Brandt-Haus in Berlin gezeigt. Organisatoren waren der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. und die Peter Rohland Stiftung.

Bei der Eröffnung dieser Ausstellung am 15.11.2011 im Willy-Brandt-Haus hat Prof. Dr. Böning, Universität Bremen, eine Rede zu dem Thema "Peter Rohland, die Waldeck-Festivals und das politische Lied der Revolution von 1848" gehalten.

Prof. Dr. Böning ist Autor der Untersuchung Der Traum einer Sache. Aufstieg und Fall der Utopien im politischen Lied der Bundesrepublik und der DDR. Darin würdigt er das Wirken Peter Rohlands für die Entwicklung des Liedes im Deutschland der 1960er Jahre. Er ist Professor für Neuere Deutsche Literatur und Geschichte der Presse an der Universität Bremen.

Auszüge aus dieser Rede (Die vollständige Fassung der Rede kann als pdf-Datei von dieser Internetseite unter dem Menüpunkt "Informationen und Produkte" herunter geladen werden):

"Meine sehr verehrten Damen und Herren, am 27. Mai 1965 kam es im Hunsrück - auf Burg Waldeck, einem der Haupttreffpunkte der bündischen Jugend - zu einem denkwürdigen Konzert. Ein junger Sänger -  Peter Rohland -  stimmte Lieder an, die man in Deutschland seit Jahrzehnten, manche seit mehr als einem Jahrhundert nicht mehr gehört hatte: Gesänge des Vormärz und der Revolution von 1848. Und er sang sie mit einer solchen Freude und einer solchen Lebendigkeit, dass man meinen konnte, diese Lieder seien für die Gegenwart gemacht. Peter Rohland, 1933 geboren, mußte als Kind den Krieg erleben, entwickelte starke zeitgeschichtlich-politische Interessen, wurde -  wie die Mutter - zunächst Wandervogel, später Jungenschaftler in der Schwäbischen Jungenschaft, und - wie der Vater, ein ausgebildeter Opernsänger - Musikenthusiast.  Singen ist das Fundament zur Musik in allen Dingen", so lernte er bereits im Elternhaus, gemeinschaftlichen Gesang erlebte er in der bündischen Jugend. Fahrten nach Frankreich, Italien, Griechenland und in den Orient führten aus dem engen Deutschland bis in den Irak, wo den Liedersammler und -sänger fremde Kulturen anregten. 1954 begann er ein Jurastudium, sammelte für den öffentlichen Vortrag Lieder der Schiffer und Fuhrleute, der Landstreicher und Vaganten, vertonte Villon-Gedichte, brach das ungeliebte Jurastudium ab - er könne nicht vom Streit anderer Leute leben - und studierte ab 1956 in Berlin Musikwissenschaft und Musikethnologie. In den nächsten Jahren wurde er zum regelrechten Liedforscher, der seine Entdeckungen sogleich auch vortrug, setzte sich mit jiddischen Liedern, diesen Zeugnissen einer fast vernichteten Kultur, auseinander und begründete hier Traditionen, die in der Folge von vielen Folkgruppen aufgenommen wurden.
Es begannen Peter Rohland auch die Lieder der bürgerlichen Revolution in Deutschland zu faszinieren, und er entdeckte, dass jedes Lied brandaktuell war. Mit soviel Bitterkeit wie Spott, mit Ironie und Wut wurde der deutsche Obrigkeitsstaat beschrieben, jenes deutsche Wesen, das in einer immer und überall brauch baren Untertanengesinnung seine Vollendung fand. Und so sang Peter Rohland mit den Worten Georg Herweghs:

Du sollst verdammte Freiheit mir, die Ruhe fürder nicht gefährden!
Lisette, noch ein Gläschen Bier! Ich will ein guter Bürger werden.

Natürlich ging es in diesen Liedern nicht allein um Spott. In ihnen war vor allem der Traum von einem Gemeinwesen lebendig, in dem Menschen frei und gleich - geschwisterlich - zusammenlebten.  (....)

In den fünfziger Jahren konnte man - auch durch Peter Rohlands Einfluß - auf der Waldeck nicht nur Negrospirituals, Railroadsongs, Rembetika, Skifflemusik, jiddische Balladen, südamerikanische und afrikanische Musik oder die ersten Lieder von Mikis Theodorakis hören, sondern ebenso auch gesungene Verse Bertolt Brechts, Frank Wedekinds und Kurt Tucholskys.
Es ist so kein Zufall, dass junge Mitglieder der Studentischen Arbeitsgemeinschaft - unter ihnen Peter Rohland - auf der Burg eine Veranstaltung initiierten, die den Liedern aus aller Welt und dem deutschsprachigen Lied gleichermaßen gewidmet sein sollte, die legendären Festivals auf der Burg Waldeck, das erste deutsche Open-Air-Festival. Das Chanson vermisste man in Deutschland, ihm maß man, da es seine Zuhörer ernst nimmt, demokratische Qualität zu. Chansons, so hieß es 1964 in der Eröffnungsrede von Diethart Kerbs, seien "Anrede an den Einzelnen, sie brauchen den Hörer und lassen ihn gelten." (....)

Was 1964 während des ersten Festivals auf der Burg Waldeck zu hören war, bestärkte Peter Rohland zusätzlich, nach historischen politischen Liedern der deutschen Freiheitsbewegungen zu forschen. Er ließ sich dabei vermutlich auch durch Wolfgang Steinitz anregen, den großen deutsch-jüdischen Liedersammler, doch durchforstete er vor allem selbständig alte Liederdrucke, vertonte politische Gedichte und schuf so ganz neue Lieder oder er ging nach Freiburg in das Deutsche Volksliedarchiv. Walter Mossmann traf ihn dort 1964 und erinnert sich, wie Rohland Feuer und Flamme war, all die vergessenen Vormärzdichter wie Adolf Glasbrenner, Hoffmann von Fallersleben oder Franz Dingelstedt wieder lebendig werden zu lassen und die Flugblattlieder vom Staub der Archive zu befreien.
In einem Brief an eines dieser von ihm besuchten Archive schreibt Rohland über seine Motive: "Ich glaube, nur über das Besondere, Unbekannte, kann man das deutsche Vollkslied bei der Jugend wieder interessant machen."  "Volkslieder", so erläutert er,  "haben - einfach ausgedrückt - etwas mit dem Leben zu tun. Sie sagen darüber etwas aus. Ich glaube, es ist an der Zeit, den Nebel auseinander zu blasen, mit dem die Romantiker und die völkischen Ideologen unsere Volkslieder umgeben haben." Auch die Lieder der Deserteure, die von 1848 oder 1918, jene der Hungeraufstände und der Arbeiterkämpfe, ebenso auch die Gesänge aus den Konzentrationslagern seien mit dem Begriff  "Deutsches Volkslied' zu verbinden: Wir müssen diesen Begriff endlich berichtigen. 'Deutsche Volkslieder' haben weder mit 'Volksseele' noch mit 'ewigen Werten' etwas zu tun. Es sind einfach Lieder, die den ganzen Aspekt menschlichen Lebens umfassen, von der äußersten Sentimentalität bis zur harten oder derben Darstellung."
1965 sang Peter Rohland dann diese von ihm wiederentdeckten, wie er sie nannte: "unverjährten Lieder" auf dem zweiten Waldeck-Festival genau zu einer Zeit, da sich - wie in jenen historischen Jahren des Vormärzes - massive gesellschaftliche Eruptionen ankündigten. Auch bei den Bündischen begannen die Geister sich zu scheiden, viele gingen den Weg mit in Richtung 1968.
Glücklicherweise hat man dieses historische Konzert - wie damals üblich ein diskutierender Workshop - aufgezeichnet. Jeder, der den getragenen Ton des volltönenden Baßbaritons der Schallplatten kennt, wird beeindruckt sein ob des engagiert-lebendigen Vortrags des Sängers, von dem Sie eingangs durch das von Peter Rohland gesungene "Trotz alledem" aus diesem workshop einen Eindruck erhalten haben.
Es vermittelt sich genau die Aktualität und Frische jener Texte, in denen Rohland als Liedforscher begeistert die wahrhaft "demokratische Tradition" entdeckte,  auf welche, wie er argumentierte, "sich unser Staat berufen müßte" - eine damals kontrovers diskutierte These -  populär gemacht Jahre später dann durch Gustav Heinemann. Einen Monat nach seinem Waldeck-Auftritt war Peter Rohland dann der erste politische Sänger, der im Theatersaal der FU Berlin auftrat und eine Debatte provozierte.
Beim Hören der Lieder ist man besonders berührt von den Texten aus dem Frühling des Jahres 1848: Wieviel Hoffnung und freudige Erwartung spricht aus ihnen:

"Die Völker wollen Brüder sein,
gleichviel wo sie geboren;
sie wollen keinem Thronverein
Sich als Kanonenfutter weih'n.
Das haben sie geschworen!"

Peter Rohland identifiziert sich mit der Gesellschaftskritik der von ihm vorgetragenen Lieder:  "Ein Deutschland", so formulierte er,  "welches nicht auf den Schlachtfeldern Frankreichs unter preußischen Vorzeichen, sondern kraft einer Revolution von Volksvertretern geschaffen worden wäre, hätte eine andere Ausprägung gewonnen."
Auch machte er in seinen Erläuterungen auf das Neue der politischen Dichtung um 1848 aufmerksam, dass sich nämlich nun in die vaterländisch-kämpferischen Töne der Arndt und Körner kräftig die der Satire und Ironie mischten. Heines bissige Zeitgedichte nennt er, Chamissos Tragische Geschichte "von einem, dems zu Herzen ging, daß ihm der Zopf so hinten hing", dann aber vor allem die vielen Lieder, in denen sich unbotmäiger Ton mit  befreiendem Spott auf höfischen Geist und devote Unterordnung mischt, die Ballade vom guten, stammelnden Untertan beispielsweise oder auch jene Hymne der Alt-48er.

Gewiß, man tobt sich einmal aus -
Es wär' ja um die Jugend schade -
Doch, führt man erst sein eigen Haus,
So werden Fünfe plötzlich grade.
In welcher Mühle man uns mahlt,
Das macht uns nimmer viel Beschwerden;
Der ist mein Herr, der mich bezahlt - ,
Ich will ein guter Bürger werden.

Solche Lieder in deutscher Sprache hatte das Publikum zuvor noch nie gehört. (....)

Ich schließe deshalb mit der Aufforderung, die Peter Rohland 1965 an seine Zuhörer richtete: " So sehr man sich vor voreiligen Kausalitätsketten hüten sollte, möchte ich Sie bitten, diese Lieder nicht nur unter dem historischen Gesichtspunkt zu betrachten".

8 2014 Barbara Boock Zoche mit Ehren Ruth Ingo Nordhofen w250Das schöne Buch mit Pitters Liedern wurde mir beim TFF-Festival in Rudolstadt von Joachim Michael zum Geschenk gemacht.

Dort hatte ich auch die Gelegenheit, die Wanderausstellung über Peter Rohland in der Säulenhalle der Heidecksburg nochmals anzusehen. Abgesehen von den Plakaten, Photos und den Reproduktionen verschiedener Programmzettel und anderer Materialien aus dem Nachlass, die von der Peter Rohland Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Volksliedarchiv vor einigen Jahren ausgewählt worden waren, konnte man die Hörstation nutzen, um – für manche zum ersten Mal – die Stimme Peter Rohlands in Originalaufnahmen zu hören oder in vier verschiedenen Filmen über die Waldeck und die dortigen Festivals etwas von der Stimmung wahrzunehmen, die Pitters Auftritte dort begleitete. Während der Festivaltage nutzten sehr viele Besucher die Pausen während der Konzerte im Schlosshof für einen Gang durch die Ausstellung. Sowohl im Programmheft als auch bei diversen Konzerten war darauf hingewiesen worden.

„Die Grenzgänger“ hatten die Ausstellungseröffnung musikalisch illustriert.

Christoph Lambertz und David Saam hatten ein Programm „Peter Rohland zum Mitsingen“ zusammengestellt, zu dem sich zahlreiche Mitsängerinnen und -sänger einfanden.

Auf der großen Hauptbühne im Schlosshof interpretierten Damir Bakacin, Monika Drasch, Daniel Kahn, David Saam, Hendrik Smock, Jan Tengeler, Andreas und Johannes Uhlmann, Gleb Vascenko Pitters Lieder. Die Vorbereitungszeit für dieses Konzert war wohl etwas knapp gewesen, denn nicht alle Lieder überzeugten in der vorgetragenen Version. Besonders schade fand ich das für Monika Drasch, deren Stimme nicht richtig zur Geltung kam und durch die Instrumentalbegleitung eher zugedeckt wurde. Daniel Kahn brillierte mit jiddischen Liedern und ergänzte Pitters Lieder noch durch einen fabelhaften Vortrag von Degenhardts „Wo sind unsre Lieder...“, der sicher nicht nur mir im Gedächtnis bleiben wird.

*

Nun aber zum Liederbuch, von dessen Entstehen ich bereits durch die Anfragen Helm Königs nach einigen Quellen für Pitters Lieder noch in meiner Zeit als Bibliothekarin im Deutschen Volksliedarchiv informiert war. Er hat leider auch von mir kaum Angaben bekommen können, als er erfahren wollte, was die Vorlage zu einigen ins Deutsche übersetzten Liedern gewesen war.

Er hat die Ausgabe thematisch geordnet und jeweils eine ausführliche Einführung zu den Landstreicherballaden, den Liedern des François Villon, den jiddischen Liedern, den Liedern deutscher Demokraten und den frühen Liedern vorangestellt, in der er erklärt hat, was Peter Rohland motiviert hatte, sich mit diesen Liedern zu beschäftigen.

Dabei hat er auch vieles erwähnt, das zu Pitters Zeiten noch nicht genau bekannt war. Dass einige Texte, die Paul Zech als Übersetzungen von Texten François Villons bezeichnet hatte, in Wirklichkeit von ihm selbst verfasst worden waren, ist inzwischen durch neuere Forschung belegt. Es ist gerade in so einem Fall wichtig, den inzwischen populären Irrtum zu korrigieren.

Eindrucksvoll war Peter Rohlands frühes Interesse an jiddischen Liedern und seine intensive Beschäftigung mit der Aussprache des Jiddischen. Die Mutter von Hanno Botsch hat dem Deutschen Volksliedarchiv einen Teil der Liederbuchsammlung überlassen, die sie mit ihrem Mann über viele Jahre zusammengetragen hatte. In den Gesprächen, die ich aus diesem Grund mit ihr führte, hat sie begeistert von den Besuchen Peter Rohlands erzählt und davon, dass die Interpretationen der jiddischen Lieder für ihren Sohn Hanno, Gesine Köhler und Peter Rohland eine Herzensangelegenheit war.

Bei den Liedern deutscher Demokraten war ich traurig, dass Helm König nicht auf das Liederlexikon: liederlexikon.de hingewiesen hat, das als Projekt des Deutschen Volksliedarchivs von Eckhard John vor etlichen Jahren initiiert wurde, denn dort kann man zu einigen Liedern sehr viel ausführlichere Angaben finden, als sie in einem Liederbuch bei den Quellen-Vermerken möglich sind.

Insgesamt ist das Liederbuch aber ein wunderschöner Zugang zu Pitters Liedern, aus dem man auch gut singen und sich mit der Gitarre begleiten kann. Das alphabetische Inhaltsverzeichnis erleichtert den Zugriff auf jedes einzelne Lied, und für alle, die eher Schwierigkeiten mit Musiknoten haben und besser mitsingen können, ist die beigegebene DVD mit allen Liedern, so wie sie Peter Rohland auf Band gesungen hat, eine Verführung ganz besonderer Art.

Barbara Boock-Zoche

pitters lieder. Die Lieder von Peter Rohland. Im Auftrag der Peter Rohland Stiftung hg. von Helmut König, unter Mitarbeit von Hanno Botsch, Hai Frankl und Helga König. 1. Auflage Baunach (Spurbuchverlag) 2014, 246 Seiten, Noten, DVD, ISBN 978-3-88778-407-2.

Köpfchen 3+4/2014, Seite 17f.

Erfolgsgeschichte der Peter Rohland Stiftung

Das Waldeckbuch021 kl Eine Beschreibung der Erfolgsgeschichte der Peter Rohland Stiftung findet sich in der Neuauflage des Buches „Die Waldeck Lieder Fahrten Abenteuer“, 2015 von Hotte Schneider. PDF Download

Die Peter Rohland Stiftung

von Klaus P. Möller (1936-2015) und Joachim Michael

1. Die Vorgeschichte:

Kmike 1 PR Biographie Holler

Schon 1966, kurz nach dem frühen Tod von Peter Rohland, erfolgte ein Aufruf seiner Freunde und Weggefährten, sein unvollendet gebliebenes Werk fortzuführen und für die Errichtung eines Peter Rohland Tonstudios auf Burg Waldeck zu spenden, so wie dies Peter Rohland zu Lebzeiten noch konkret vorhatte. Es sollten jedoch noch vierzig Jahre vergehen, ehe eine Einrichtung geschaffen werden konnte, die dem Werk und Anliegen von Peter Rohland Rechnung tragen würde.

Kmike 2 THOROFON 1991 u 1997 Kmike 3 THOROFON 1998

In der Zwischenzeit gab es Gedenkveranstaltungen für Peter Rohland, wie das Peter-Rohland-Gedächtnis-Festival 1976 in Göppingen, die Tagung zu Peter Rohlands 25. Todestag 1991 auf Burg Waldeck und die Tagung „Peter Rohland und seine Lieder“ am 2. April 2006 in Dettingen an der Erms. 2005 hatte Zeko (Eckard Holler) schon eine grundlegende Biographie „Peter Rohland – Volksliedsänger zwischen bündischer Jugend und deutschem Folkrevival“ vorgelegt. Im Jahre 2000 wurde von den drei Waldeckern Peer (Dieter Krolle), Zar (Günter Seifert) und Rolf Schiel der Peter-Rohland-Singewettstreit ins Leben gerufen, der bis heute jährlich abgehalten und seit 2015 von Markus Giesler, Daniel Hermes (beide Schlagsaite) und Kerstin Schiel geleitet wird. Seit 2005 gibt es einen Wikipedia-Artikel über Peter Rohland, der von Mac (Erik Martin) laufend aktualisiert wird.

Gleichzeitig hatte Helm (Helmut König) in einer Pioniertat die von Peter Rohland überlieferten Lieder gesichtet und erfasst und in verschiedenen Ausgaben, zuletzt – in den neunziger Jahren – auf drei CDs bei Thorofon herausgebracht.

Die ABW nahm den 30. Todestag von Peter Rohland zum Anlass, in ihrer Mitgliederversammlung vom 6. Oktober 1996 die Gründung einer Peter Rohland Stiftung zu beschließen. In der Folge wurde schon für den Kapitalstock der künftigen Stiftung gespendet.

2. Die Gründung der Stiftung:

Am 23. April 2006 war es dann so weit: Der Boden war bereitet. Es kam ein Kreis von erfahrenen Waldeckern zusammen, darunter Freunde und Weggefährten von Pitter (so der Fahrtenname von Peter Rohland), die entschlossen waren, den lange gehegten Plan der Gründung einer Peter Rohland Stiftung umzusetzen und nach besten Kräften voranzutreiben. Molo (Klaus P. Möller) und Mike (Joachim Michael) unterzeichneten als Stifter das Gründungsgeschäft. Mit ihrer Unterstützung konnte der inzwischen angesammelte Spendenbetrag auf 50.000 Euro, das Startkapital der Stiftung, erhöht werden. Der Name der Stiftung ist Programm:

Peter Rohland Stiftung zur Förderung des Liedes

Die Rechtsform ist die einer unselbständigen Stiftung unter dem Dach der ABW. Dadurch ist es möglich, dass Teile des Stiftungskapitals werterhaltend der ABW zu investiven Zwecken darlehensweise zur Verfügung gestellt werden können. Die ABW zahlt dafür Zinsen an die Stiftung, die diese wiederum für ihre Projekte einsetzen kann. Die Geschicke der Stiftung bestimmt der Stiftungsrat, nach außen vertreten durch seinen Vorsitzenden. Ständige, sogenannte geborene, Mitglieder sind die beiden Stifter und der/die jeweilige Vorsitzende der ABW. Die vier von den ständigen Mitgliedern kooptierten Mitglieder des Stiftungsrats sind bis heute: Gisela Möller-Pantleon, Helmut König, Ali Kuhlmann und Josef Haverkamp

Kmike 13 StR L1030161

Vorsitzender des Stiftungsrats ist Molo, Stellvertreter Josef. Seit der Erkrankung von Molo ist Mike geschäftsführendes Mitglied des Stiftungsrats.

Die Ziele der Stiftung sind weit gefasst:

Die Aufarbeitung und Verbreitung des künstlerischen Nachlasses von Peter Rohland

Die Förderung des Liedes und junger Liedermacher und Chansonniers

Die Förderung des Singens und Musizierens

Die Förderung der Waldeck als eines Ortes des Liedes und der Liedkultur von kulturhistorischer Bedeutung und großem Zukunftspotential

Die Dokumentation des künstlerischen Nachlasses von Peter Rohland und des musischen Geschehens auf der Waldeck in Vergangenheit und Gegenwart

Die Förderung der gemeinnützigen kulturellen Ziele der ABW

Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit dieser Ziele durch das Finanzamt wurde schnell erteilt. Es galt nun, der Stiftung durch die Schaffung eines geeigneten Logos ein unverwechselbares Gesicht zu geben. Klar war, dass die alten Jungenschaftsfarben grau/rot Verwendung finden sollten. Der von Walter Breker geschaffene „freche Spatz“, der schon seit den Waldeck-Festivals der sechziger Jahre zum inzwischen fest etablierten Signet der ABW gehört, durfte auch nicht fehlen. Womit sollten wir aber auf die Person von Peter Rohland hinweisen? Kmike 4 Studio Wedemark 2006Eine stilisierte Bassbalalaika wurde schnell verworfen. Da kam Goly Münchrath, der die graphische Gestaltung für die Stiftung übernommen hatte, auf die Idee, den Schriftzug pitter zu übernehmen. So ist das Erscheinungsbild der Stiftung, Briefkopf, Flyer, Homepage, Publikationen, von Anfang an von diesem Logo geprägt.

Als ein weiteres Werbemittel für die Stiftung haben wir gleich zu Anfang eine Stiftungs-CD „Peter Rohland: Die frühen Lieder“ herausgebracht, die mit bisher nicht digitalisierten Aufzeichnungen aus den Anfängen von Pitters Schaffen die im Handel befindlichen CDs ergänzt.

3. Die Peter Rohland Ausstellungen

Kmike 5 AusstPlakat 07Der nächste Schritt war, in einer Ausstellung Leben und Werk von Peter Rohland einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Als Kuratoren machten sich Mike und Dex (Wolfgang Züfle) ans Werk. Sie fanden die Fakten durch die Vorarbeiten, die Zeko (Eckard Holler) in seiner Peter Rohland Biographie und weiteren Veröffentlichungen schon geleistet hatte, bestens erschlossen vor. Es galt nun, für die Ausstellung korrespondierendes Bildmaterial zu beschaffen und aufzubereiten. Dieses fanden sie im Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg, wo der Hauptteil des Nachlasses von Peter Rohland untergebracht ist, und im Restnachlass, den die Geschwister von Pitter, Dedo und Michel Asshoff und Ingrid Thörner, zur Verfügung stellten und der sich inzwischen ebenfalls in Freiburg befindet.

Auf acht Tafeln zeigen wir die Lebensdaten von Peter Rohland und die vier großen Liederzyklen, die Peter Rohland forschend erarbeitet hat und deren leidenschaftlicher Interpret er war:

Vertäut am Abendstern, ein Repertoire noch ganz in der Tradition der Jugendbewegung, aus der er kam,

Der Rebbe zingt, das jiddische Liedprogramm,

Die Landstreicherballaden und die Liedvertonungen von Texten von François Villon und schließlich

Die 48er-Lieder und Lieder deutscher Demokraten.

Auf den Tafeln kommt Peter Rohland weitgehend selbst zu Wort. Jeweils am Fuß der Tafeln „unter dem Strich“ erscheint die Kommentierung.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Exponate in Vitrinen und durch ein Audiopult, über das die schöne Bassbariton-Stimme von Peter Rohland „live“ zu erleben ist.

Schon zu Pfingsten 2007 auf dem „Liederfest Waldeck 2007“ konnten wir die Ausstellung erstmals vorstellen. Sie fand Anklang und konnte seither an acht weiteren Orten gezeigt werden, darunter an Erinnerungsorten wie

dem Archiv der deutschen Jugendbewegung auf Burg Ludwigstein,

in Göppingen, der Heimatstadt von Peter Rohland, 

Kmike 6 Molo Goeppingen

im Landtag von Rheinland-Pfalz in Mainz mit Vortrag von Prof. Dr. Holger Böning zum Thema „Peter Rohland, die Waldeck-Festivals und das politische Lied der Revolution von 1848“ unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten Joachim Mertes und musikalischer Begleitung von Joana, Black und Bömmes,

im Willy-Brandt-Haus in Berlin, der Wahlheimat von Peter Rohland, Vernissage im Atrium des WBH mit Vortrag Böning und der Gruppe Körbel & Letz, Berlin,

Kmike 7 Boening Berlin

im Rastatter Schloss in der Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte, Vernissage mit Vortrag Böning und musikalischer Begleitung von Joana und Adax Dörsam und

auf der Heidecksburg in Rudolstadt beim tff rudolstadt 2014 aus Anlass des fünfzigjährigen Jubiläums der Waldeck-Festivals mit Vernissage in den Säulenhallen der Burg mit Vortrag Böning und musikalischer Begleitung durch Die Grenzgänger mit ihrem neuen, von der Stiftung geförderten Programm „Maikäfer flieg!“

Kmike 12 DAsshoff Mike u Traute DexNach dem Publikumserfolg in Rudolstadt betrachten wir das Potential der Ausstellung mit dem Schwerpunkt „48er-Lieder“ als hinreichend ausgeschöpft.

Denkbar ist vielleicht noch einmal ein Auftritt unter besonderer thematischer Herausstellung des Liedzyklus „Jiddische Lieder“ von Peter Rohland, evtl. mit Unterstützung durch Hanno Botsch.

So viel zur Aufarbeitung und Verbreitung des künstlerischen Erbes von Peter Rohland und seiner Einordnung in den Kontext der Zeitgeschichte.

4. Die Singe- und Liedermacherworkshops

Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit der Stiftung bildet die Förderung des Liedes, des Singens und des Musizierens.

Auch hier konnten wir in den vergangenen Jahren mit Unterstützung u.a. von Plauder (Jörg Seyffarth) und Kerstin Schiel, von Annika Mies/Girmann und Stefanie Karl sowie von Ömmel (Helmut Alba) mit folgenden Veranstaltungen auf der Waldeck bereits Erfolge erzielen:

Kmike 8 PR Singeworkshop 2008Sechs Singeworkshops für Gruppen, Gruppenführerinnen und Grup­pen­führer, bis 2011 unter Leitung von Plauder und Kerstin, ab 2012 unter der Leitung von Plauder, Chisum (Christoph Weber) und Herbert Schmidt

Drei Singeworkshops für Jugendliche (Elf- bis Achtzehnjährige) unter Leitung von Annika und Stefanie

Mehr als zehn A-cappella-Workshops unter der Leitung von Ömmel

Zwei Workshops „Eigene Lieder schreiben“, auf Initiative von Josef, 2008 unter Mitwirkung von Theo Hoffmann, Lutz Eichhorn („Rhythmus Global“/BDP MTK) und Martin Sommer („Sago“) und 2011 mit Markus Breuer und Markus Giesler von „Schlagsaite“

Kmike 9 SingeWkshp 2009

5. Das Peter Rohland Liederbuch „pitters lieder“

Kmike 10 Spurbuchverlag 2014Eine Herkulesarbeit hat Helm (Helmut König) mit der Herausgabe des Peter Rohland Liederbuchs „pitters lieder“ geleistet, noch rechtzeitig zu Pfingsten 2014 zum fünfzigjährigen Jubiläum der Waldeck-Festivals. Ohne die Kenntnisse der Materie von Helm und die Mitarbeit seiner Frau Helga bei der Notensetzung wäre die Stiftung nicht in der Lage gewesen, ein solches Buch vorzulegen. Es enthält eine vollständige Sammlung der nachgelassenen Lieder von Peter Rohland in Text und Noten. Die Tonaufnahmen zu den Liedern sind dem Buch auf einer DVD beigefügt.

6. Peter Rohland und die Waldeck zu Gast in Rudolstadt

Kmike 14 JTengeler u

Ein weiterer Höhepunkt im Jahre 2014 war der Auftritt der Stiftung beim Roots Folk Weltmusik Festival tff rudolstadt 2014 vom 3. bis zum 6. Juli 2014. Was zunächst nur als Ausstellungsprojekt geplant war, mauserte sich im Vorbereitungsdialog mit Impresario Bernhard Hanneken zu einem Peter Rohland/Waldeck Projekt, bestehend aus der Peter Rohland Ausstellung mit Vernissage mit Vortrag Böning und den „Grenzgängern“, zwei Peter Rohland Nachmittagen zum Mitsingen mit Christoph Lampertz und David Saam, einer Podiumsdiskussion zu den Festivals auf der Waldeck 1964 bis 2014 und einem großen Konzert „pitters lieder“ mit Neuinterpretationen der Lieder von Peter Rohland, arrangiert von Jan Tengeler („Sound of Heimat“) und vorgetragen von Monika Drasch (48er-Lieder), David Saam (Landstreicherballaden) und Daniel Kahn (Jiddische Lieder) und Band.

7. WaldeckKulturStipendium

Kmike 11 mikeStipendiaten Zusammen mit der ABW vergibt die Stiftung seit 2013 Waldeck­KulturStipendien. Der Beitrag der Stiftung ist die Übernahme von Reise- und Verpflegungskosten für die Stipendiaten von bis zu 1.000 Euro je Stipendium. Den Anfang machten 2013 Holger Saarmann und Masha Potempa, gefolgt 2014 von Dota Kehr und Martin Betz, alle Sänger/Liedermacher aus dem Umkreis von SAGO, der Mainzer Akademie für Poesie und Musik von Christof Stählin. 2015 folgt dann die Musikgruppe „MIRVANA in the groove kitchen“ aus Frankfurt am Main.

8. Weitere Aktivitäten der Stiftung

Jour-fixe-Vortragsveranstaltungen auf der Waldeck:

Werner Hinze: Die Lieder der Vagabunden, 2007,

Lutz Kirschner: Härter als der Rest – Leben und Lieder Gerhard Gundermanns, 2007,

Gerd Schinkel: Phil Ochs – der Orpheus mit dem Januskopf, 2008

Förderung von Buch- und Musik-Projekten, u.a.:

CD-Edition „Die Burg Waldeck Festivals 1964-1969“ von Bear Family Records, 2008, ausgezeichnet mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2008

tejos lieder, 2010

Förderung des Freakquenz-Festivals auf Burg Waldeck 2013

CD-Projekt Grenzgänger „Maikäfer flieg!“, 2014, ausgezeichnet mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik in der Sparte „Lieder und Songs“ 4/2014

CD-Projekt Günter Gall „Soldatenleben“, 2014

Helwig-Buch „Eine nachgetragene Autobiographie“, 2014

CD-Projekt Christof Stählin „Fanfare der Poesie“ mit Liedern von Johann Christian Günther, 2014

Herstellung, Digitalsierung und Auswahl von Mitschnitten von Musikveranstaltungen auf Burg Waldeck mit dem Ziel, davon eine Best-of-CD „Waldeck 21“ herzustellen:

Hier konnten unter der Federführung von Josef Haverkamp Vorarbeiten geleistet werden, die in ein derzeit laufendes Editions-Projekt mit Tom Schroeder, der ABW und Bear Family Records eingehen werden.

9. Waldeck-Liederbuch

Daran arbeiten Ali und Josef. Das Liederbuch soll die auf der Waldeck – hauptsächlich – gesungenen Lieder enthalten und als reines Textbuch Hilfestellung beim Singen leisten.

10. Die Stiftung in Zahlen

In den neun Jahren ihres Bestehens konnte die Stiftung dank zahlreicher Spenden und Zustiftungen ihr Gründungskapital von 50.000 Euro um 125.000 auf 175.000 Euro erhöhen. Um einen nachhaltigen Aktionsrahmen der Stiftung zu gewährleisten, wird ein Kapitalstock von 250.000 Euro angestrebt. Es gibt also noch viel Spielraum für Dotationen!

Aus den seit 2006 zugeflossenen Spenden, Zinsen und sonstigen Erlösen konnten in der Größenordnung von rund 70.000 Euro über 50 Projekte verwirklicht bzw. bezuschusst werden.

11. Fazit und Ausblick

Der Peter Rohland Stiftung ist es in den ersten neun Jahren ihres Wirkens gelungen, aus dem Schatten der ABW herauszutreten und mit neuen Impulsen Profil zu gewinnen und damit auch das Ansehen der Waldeck als „Liederburg“ zu mehren. Diesen Weg möchten wir in den kommenden Jahren kraftvoll fortsetzen.

Damit dies gelingen kann, fordern wir kreative junge Menschen innerhalb und außerhalb der ABW auf, uns mit dem Ziel zu unterstützen, das Steuer unseres Schiffchens eines nicht allzu fernen Tages selbst in die Hand zu nehmen. Ein Anfang ist gemacht: Kerstin und Achim Schiel arbeiten seit Anfang 2014 in der Stiftung mit. Es wäre schön, wenn sich auch mit anderen jungen Gruppen auf der Waldeck eine Zusammenarbeit entwickeln könnte.

www.peter-rohland-stiftung.de

Spendenkonto:
Peter Rohland Stiftung IBAN DE48 5605 1790 0012 1777 70


Joachim Michael, Dr. jur., geb. 1936, Rechtsanwalt und Notar a.D., kam erstmals 1953 mit der Schwäbischen Jungenschaft auf die Burg, 2007 bis 2009 im Verwaltungsrat der ABW, Mitbegründer und  Vorsitzender der Peter Rohland Stiftung, lebt in Frankfurt am Main.

Die Peter Rohland Stiftung im zwölften Jahr ihres Bestehens

Schwerpunkt der Tätigkeit der Stiftung war wieder eine waldeckbezogene Kulturarbeit mit, wie aus der nachstehenden Kurzfassung des jährlichen Jahresberichts der Stiftung an den ABW-Verwaltungsrats ersichtlich, der Förderung der klassischen Musikveranstaltungen der Waldeck sowie einer Vielzahl von waldeck-affinen musikalischen Einzelprojekten. Ziel der Arbeit der Stiftung ist es, solche Projekte mit zu ermöglichen und dadurch zu einer Vielfalt des kulturellen Lebens auf der Waldeck beizutragen.

Daneben bleibt es uns ein Anliegen, die Erinnerung an Peter Rohland wachzuhalten. In diesem Zusammenhang unterstützen wir die Vortragstätigkeit von Hanno Botsch, einem künstlerischen Weggefährten von Peter Rohland.

Hocherfreut sind wir über die Pläne des Jüdischen Museums in Göppingen-Jebenhausen, im Zuge der Neukonzeption des Museums Peter Rohland einen Platz einzuräumen. Dabei sollen die Verdienste von Peter Rohland als Wiederentdecker und Interpret des jiddischen Liedes und damit als Mittler zwischen deutschen und jüdischen Mitbürgern im damals insoweit immer noch sprachlosen Nachkriegsdeutschland gewürdigt werden. Wir unterstützen diese Pläne mit Rat und Tat, u.a. auch mit Exponaten aus unserem PR-Ausstellungsfundus. Die Neueröffnung der Ausstellung ist noch in diesem Jahr vorgesehen.

Aus einem Antiquariat in Tübingen ist uns gerade eine germanistische Zulassungsarbeit von Bernhard Lassahn, dem späteren Schriftsteller und Kinderbuchautor, von August 1978 zugeflogen mit dem vielversprechenden Titel „Volksliedhafte Texte in der nachbündischen Phase der Jugendbewegung am Beispiel Peter Rohland“. Nach eingehenderer Lektüre werden wir uns mit dem Autor in Verbindung setzen, um herauszufinden, ob und wie wir das Werk in unsere Arbeit einbinden können.

Eine Stiftung lebt von Spenden und Zustiftungen. Zahlungen auf unser Spendenkonto bei der KSK Rhein-Hunsrück IBAN DE48 5605 1790 0012 1777 70 sind dringend erwünscht.

Bericht

des Stiftungsrats an den Verwaltungsrat der ABW über die Tätigkeit des Stiftungsrats im Haushaltsjahr 2017 und im laufenden Haushaltsjahr 2018 und geplante Vorhaben vom 15. Februar 2018 (Kurzfassung, voller Wortlaut im Mitgliederbereich der ABW-Homepage nachzulesen)

1. Zusammensetzung des Stiftungsrats:

  • Zwei ständige Mitglieder:
    Joachim Michael (mike) Stifter (Vorsitzender)
    Sandra Kupfer als Vorsitzende der ABW
    (Klaus P. Möller (molo) zweiter Stifter (ehem. Vorsitzender) am 30.01.2015 verstorben)

  • Fünf kooptierte Mitglieder (bestellt am 19. Mai 2018):
    Josef Haverkamp (Stellvertretender Vorsitzender)
    H.-J. Kuhlmann (ali)
    Gisela Möller-Pantleon
    Dorothee Freund (Dido)
    Andreas Michael 

  • Hospitierend:
    Kerstin und Achim Schiel (seit 7. März 2014)
    Mathias Riediger (seit 25. Mai 2015)
    Lena van Beek (seit 25. Mai 2015)
    Theo Hofmann (seit 25. Mai 2015)
    David Miron (seit 6. September 2015)

2. Tätigkeit im Jahr 2017:

a) Sitzungen des Stiftungsrats:

  • Gemeinsame Sitzung des Stiftungsrats (in der erweiterten Zusammensetzung) und des Verwaltungsrats der ABW am 12. März 2017
  • Gemeinsame Sitzung des Stiftungsrats (in der erweiterten Zusammensetzung) und des Verwaltungsrats der ABW am 10. September 2017
  • Ansonsten Abstimmungen im einverständlichen schriftlichen Verfahren

b) Projektbezogene Tätigkeit:

  1. WaldeckKulturStipendium 2017 Tobias Thieme
  2. Gero Kuntermann: Mitschnitte Singewettstreite 2011, 2015, 2016
  3. Robert Geisler: Mitschnitt PR-Singewettstreit 2017
  4. Mathias Riediger: Tonstudioprojekt Waldeck mit der Musikgruppe Schwech und Pefel, Hamburg
  5. Hanno Botsch „Tribute to Pitter“, Auftritt am Vorabend zum PR-Singewettstreit am 8. September 2017
  6. Ömmel: A-cappella-Workshop (17.-19.11.2017)
  7. Hotte: Projekt Hunsbunt-Theater, Einstudierung mit Flüchtlingen und Jugendlichen vom Hunsrück auf der Waldeck
  8. Waldeck-Liederfest 2017, Künstlerunterstützung
  9. Waldeck Freakquenz 2017, Künstlerunterstützung
  10. Achim Schiel: Lieder des Zugvogel – Der schräge Silberspring, CD und Liederbuch
  11. Annett Kuhr: Förderung des CD-Projekts „Sommerlandtraum“
  12. Roland Eckert, Förderung des Liederbuchprojekts „… heute singst du das Lied der von den Straßen“

3. Tätigkeit/Vorhaben im laufenden Jahr 2018:

  • Sitzungen des Stiftungsrats:
    Am 11. März 2018 und voraussichtlich am 9. September 2018
  • Neue Projekte:
    1. WaldeckKulturStipendium 2018 Eva-Maria Graeter
    2. Waldeck-Liederfest 2018, Künstlerunterstützung
    3. Waldeck Freakquenz 2018 , Künstlerunterstützung
    4. Wilde Rose e.V., Deutsch-Griechisches Theaterprojekt 2018 „Rendez-vous à Mon Repos“, Unterstützung von zwei Musikpädagogen
    5. Gero Kuntermann: Bearbeitung Mitschnitte 2018
    6. Ömmel: Workshop Bühnen-Coaching 23.-25.02.2018, abgeschlossen
    7. Margarete Löwensprung: Bellman-Liederbuch mit deutscher Übersetzung der Texte von Peter Paul Wrede
    8. Schlagsaite: CD-Projekt „Vom Mond“, abgeschlossen
    9. Eckard Holler: Tusk-Biographie, abgeschlossen
    10. JOANA: CD-Projekt „1848er Programm“ mit Pitter-Liedern

mike (Joachim Michael)

Erscheint gleichzeitig in KÖPFCHEN Mitteilungsblatt der Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck e.V. 1/2018

Nähere Informationen zum Leben und Schaffen von Peter Rohland finden Sie in der Broschüre:

Eckard Holler: Peter Rohland - Volksliedsänger zwischen bündischer Jugend und deutschem Folkrevival

Stuttgart 2005, Verlag der Jugendbewegung, Reihe puls, Heft 24, ISSN 0342-3328, Best. Nr. 684, 64 Seiten, 7,50 Euro
http://www.jugendbewegung.de/


Inhaltsverzeichnis:

Zeitzeugenberichte
Festival-Impressionen 1965
1848 - Songs deutscher Demokraten - Peter Rohland im Workshop
Peter Rohland - Versuch eines Portraits
Lebensdaten von Peter Rohland
Diskographie
Literaturhinweise

Einige Beispielseiten können von dieser Internetseite unter dem Menüpunkt "Informationen und Produkte -Downloads (pdf)"  oder hier herunter geladen werden

Zu den Aufgaben der Peter Rohland Stiftung gehört die Aufarbeitung und Darstellung des künstlerischen Nachlasses von Peter Rohland. Dazu hat die Stiftung 2007 eine Ausstellung zu Leben und Werk von Peter Rohland erarbeitet und erstmals zu Pfingsten auf dem "Liederfest Waldeck 2007" auf Burg Waldeck gezeigt.

Inzwischen hat die Ausstellung "Peter Rohland - Leben und Werk" eine beachtliche Eigendynamik entwickelt:

26.10.2007-30.07.2008 Archiv der deutschen Jugendbewegung auf Burg Ludwigstein

08.07.-8.08.2008 Stadtmuseum zum Storchen, Göppingen, in der Reihe "Göppinger Köpfe" mit einem Abschlusskonzert  mit Thomas Friz

05.-06.09.2008 Burg Waldeck im Rahmen des "Peter-Rohland-Singewettstreits 2008"

06.-26.06.2009 Landtag Rheinland-Pfalz, Mainz mit musikalischer Begleitung von JOANA, Black und Bömmes

16.09. - 14.10.2011 im Willy-Brandt-Haus, Berlin (unter dem Titel "Peter Rohland und das politische Lied")

Weitere Ausstellungen sind in Vorbereitung.


Eine komprimierte Darstellung der Ausstellung gibt es als Broschüre in gedruckter Form zum Bestellen oder kostenfrei als PDF zum Herunterladen.
 
Peter Rohland Broschüre kaufen:
In gedruckter Form ist die Broschüre bei der Stiftung (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder über Steintafel (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) erhältlich.
Preis: 5 Euro zzgl. 1,45 Euro Versandkosten.

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Als PDF können sie die Broschüre kostenfrei von dieser Webseite herunterladen (siehe Menüpunkt "Informationen und Produkte").

Peter Rohland trug in seinem bis heute nachwirkendem Schaffen dazu bei, den traditionellen Volksliedbegriff so zu erweitern, dass auch die Lieder der deutschen Freiheitsbewegungen und des Widerstands gegen den Nationalsozialismus Platz fanden. Dazu belebte er unterdrückte und verschüttete Traditionen im deutschen Volkslied. Mit seinen Liedern deutscher Demokraten deckte er eine vergessene Tradition des politischen Liedes der Revolution von 1848 wieder auf.

Peter Rohland war Sänger, Liederforscher und Liedermacher.

Geprägt wurde er durch die Jugendbewegung im Nachkriegsdeutschland. Wegweisend waren seine Auftritte in den Jahren 1964 und 1965 bei den Festivals Chansons Folklore International auf Burg Waldeck im Hunsrück, die von ihm mitinitiert und geprägt worden waren. Bekannt wurde Peter Rohland in den 1960er Jahren durch seine Konzertreisen in der Bundesrepublik.

Viele interessante Einzelheiten zu Peter Rohland finden sich in dem folgenden Aufsatz von Helm König:

( (C) Copyright Helmut König, Eichhornweg 11, 30900 Wedemark, Oktober 1999 )

Immer wieder hören wir, sei es bei Liedern, bei bündischen Schallplatten, auf der Waldeck oder auf dem Ludwigstein, von Peter Rohland. Wer aber war er?
Pitter, wie ihn seine Freunde nannten, kam aus der  Schwäbischen Jungenschaft in Göppingen. Pimpf, Hortenführer, früh lernte er, die Klampfe zu spielen - eine ganz "normale" Entwicklung in "unseren" Kreisen in den fünfziger Jahren. 1933 geboren, wuchs er gewissermaßen gerade zur richtigen Zeit hinein in das Wiederaufleben der Jungenschaften in der Bundesrepublik nach dem Kriege. Früh fiel aber auf, dass er eine ihm von der Natur geschenkte ausgeprägte und tragende schöne Stimme hatte, die ihn dazu brachte, in den Hortengesängen nicht nur mitzusingen, sondern auch Lieder vorzutragen. Man hörte ihm gern zu. Aber das war noch nichts Besonderes, das gibt es öfter unter Bündischen.
Die Fahrten brachten ihn auch mit fremden musikalischen Welten in Kontakt. Vor allem die griechischen Lieder mit ihren fremden Rhythmen zogen ihn in ihren Bann. Er nahm sie auf und brachte sie mitreißend "unters Volk", in die Gruppen und Horten. Und so wurde er einer der Väter der "griechischen Welle" im Gesang der Bündischen der 50er Jahre.
Man hörte ihm aber auch sonst zu. Er hatte ein natürliches Charisma, das viele in seinen Bann zwang. Bald war die Schwäbische Jungenschaft ohne ihn nicht mehr zu denken. Dazu kam die Begegnung mit der Waldeck, diesem merkwürdigen, fast mythischen Ort im Hunsrück, legendärer Ort der frühen Nerother, den Werner Helwig so einprägsam beschrieben hat, auch in den fünfziger Jahren trotz mancher Querelen ein Ort des Singens und der Begegnung. Die Schwaben fühlten sich dort bald wie zuhause, bauten ein eigenes Haus, das "Schwabenhaus".
Pitter fing in Berlin ein Jurastudium an, darin seinem Vater folgend, der Opernsänger hatte werden wollen, aber, die Brotlosigkeit dieses Berufes für sich erkennend, Rechtsanwalt geworden war. Berlin musste es sein, weil Berlin damals die aufregendste Stadt der Bundesrepublik war. Die Studenten wurden aufmüpfig gegen alle Staatsreglements, und Folklore- und Protest-Sänger aus aller Welt trafen sich vor allem dort in den Kneipen. Zuvor aber hatte Pitter mit seinem Freund Fred Kottek noch eine große Trampfahrt in den Orient unternommen - sie kamen bis Kuweit.
Pitter war in Berlin aber weniger in den Hörsälen und Seminaren zu finden, sondern mehr unter seinen studentischen Freunden, die zumeist aus den Bünden kamen. Bald bildete sich auf der Waldeck ein studentischer Arbeitskreis, der über das engemjugendbewegte Denken hinausstrebte und sich in die gesellschaftlichen Diskussionen der ausgehenden Restaurationszeit des Nachkriegs kritisch einschaltete.


Früh hatte Pitter, der Erzmusikant unter ihnen, begriffen, dass Lieder nicht nur so einfach da sind, sondern dass jedes gute Lied einen Hintergrund hat, einen menschlichen, einen sozialen oder einen politischen Hintergrund, und dass dieser Hintergrund durchscheinen muss, wenn man singt. So kam es, dass Pitter früh anfing, mit seinen Liedern auch Stellung zu beziehen. Er fing an, Liedforschung zu betreiben. Ihn interessierten besonders die Lieder der Ausgegrenzten, der Landstreicher und Landstörzer, die er bereits auf seiner großen Orientfahrt kennen gelernt hatte, die er nun bewusst suchte, aufzeichnete und die er dort, wo er nur Texte fand (z.B. in Ostwalds "Lieder aus dem Rinnstein"), in passende Melodien setzte. Damit kamen ihm auch die Lieder des frühen Dichters der Ausgegrenzten, Francois Villon, nahe, dessen deutsche Nachdichtungen von Paul Zech er kongenial vertonte. Ganz besonders aber berührten ihn die Lieder der Juden, deren grauenhaftes Schicksal unter den Nazis in jenen Jahren erst nach und nach in seinem vollem Umfang bekannt wurde. Hier waren es nicht nur ausgegrenzte Menschen, sondern ein ganzes Volk, seine Kultur und damit auch seine Lieder waren so gut wie ausgerottet worden. Pitter lernte in Berlin einige dieser Lieder kennen, erkannte bald, dass es mit einem bloßen Nachsingen hier nicht getan war, und begann nun, die jiddische Sprache intensiv zu lernen und nach den verlorenen und vergessenen Liedern der geschundenen Juden zu suchen. Diese Lieder wollten vorgetragen werden. Mit seinen Freunden Gesine Köhler und Hanno Botsch bildete er eine Gruppe, die in Konzerten auftreten konnte. Seine Landstreicherballaden sang er zusammen mit dem Concertina-Spieler Schobert Schulz, der später im Duo Schobert und Black bekannt wurde. Allein trug er die "Lieder deutscher Demokraten" vor, die er aus Archiven und wissenschaftlichen Publikationen ausgegraben und zu neuem Leben erweckt hatte.
Es traf sich gut, dass sich in diesen Jahren um 1960 herum überall und vor allem in studentischen Kreisen um die überall neu auftauchenden Folk-Sänger und "Liedermacher" (der Ausdruck entstand in dieser Zeit) Auditorien bildeten. Folklorekneipen und andere Treffpunkte entstanden, in so genannten Kleinkunsttheatern wurde gesungen. Die heute wohlbekannten Franz Josef Degenhardt, Reinhard Mey, Hannes Wader und viele andere hatten hier ihr erstes Auditorium. Die Polit- und Protestsänger traten auf. Und ebenso wurde natürlich auf der Waldeck gesungen, wo die Sangeskunst der Vaganten und die Folklore fremder Völker immer schon eine Heimstatt hatten. Überall in diesen Auditorien war Peter Rohland zu Hause, und seine Stimme, die sich inzwischen geschult hatte, war unter den vielen Sängern nicht zu überhören, sie war bei weitem die musikalischste unter ihnen.
Hier auf der Waldeck wurde, stark unter Pitters Einfluss, im Studentischen Arbeitskreis der ABW (Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck) die Idee zu den inzwischen legendären Festivals für Chanson und Folklore geboren. Das finanzielle, aber auch das organisatorische Risiko, in Deutschland, aber auch international zu einem solchen Festival einzuladen, war damals immens groß. Unterstützungen gab es nicht und wären auch nicht gewünscht worden. Das Risiko wurde von der ABW und ganz persönlich auch von ihrem Vorsitzenden, dem unvergesslichen Rudi Schmaltz, übernommen.


Pfingsten 1964 fand das erste Festival statt. Noch war die Zahl der Sänger und Zuhörer klein, aber in den darauf folgenden Festivals explodierte sie, bis sie 1968 bei rund 5000 Zuschauern lag und die Sänger aus ganz Europa, besonders aus Spanien, Italien, Belgien, England, Frankreich sowieso, und aus Amerika kamen, ein deutsches "Woodstock" gewissermaßen, mehrere Jahre, bevor in Amerika das berühmt-berüchtigte Woodstock stattfand.
1964 und 1965 war Peter Rohland als einer der wichtigsten Sänger dabei gewesen und hatte die Landstreicherballaden, die Lieder des Francois Villon und vor allem die jiddischen Lieder vorgetragen. Im Januar danach erkrankte er plötzlich und starb, kaum 33 Jahre alt, am 5. April 1966.
Seine Lieder leben weiter.
Vor allem aber lebt eines weiter: als einer der ersten hatte Pitter gezeigt, dass es auch nach dem Missbrauch des Volksliedes durch die Nazis noch Möglichkeiten des deutschen Liedes gab, und er zeigte, dass Chanson und Folksong auch in Deutschland mehr sein können als das bloße Nachahm en der kommerziellen Chansons, Folksongs und Protestlieder. Er suchte kein schönes Gegenbild zur "modernen Welt", er sah vielmehr im Lied das Zeugnis menschlichen Leidens und Frohseins. Er löste das Volkslied aus der romantisierenden Ideologie und machte es zum Bestandteil eines progressiven Bewusstseins und zu einem "modernen Lied", das Armut, Verfolgung und Ungerechtigkeit als Themen nicht ausklammert. Seine Landstreicherballaden stellen geradezu eine neue Gattung des Folksongs dar; mit seinen Interpretationen jiddischer Lieder erschloss er mehr als ihren exotischen Reiz; mit seinen Liedern deutscher Demokraten deckte er eine vergessene Tradition des deutschen politischen Liedes wieder auf (Stephan Rögner 1976).
Damit hat Peter Rohland aber auch den bündischen Gruppen, aus denen er seinen Ursprung hatte, etwas gegeben, das sich gleich gewichtig neben die Anregungen und Liedschöpfungen von Werner Helwig, von tejo, von olka, Roland Eckert und anderen stellt und das auch dem Singen in den Gruppen einen neuen, viel weiteren Horizont gab.




 

Würdigung von Peter Rohland...

Jued Museum Einladung bild

 

... in der neuen Präsentation des Jüdischen Museums seiner Heimatstadt Göppingen als „einer der ersten Sänger der BRD, der den Mut fand, das ‚bleierne Schweigen der Nachkriegszeit‘ zur Judenverfolgung der Nazis zu durchbrechen.“

Wiedereröffnung des Museums am 23. Januar 2019 um 19:00 Uhr. Einladung hier.


Bilder von der Wiedereröffnung des Jüdischen Museums am 23. Januar
2019 in Göppingen-Jebenhausen und der zur Erinnerung an Peter Rohland
eingerichteten Ausstellungsvitrine:

Fotos Joachim Michael

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Weitere Bilder von der Ausstellung von Rose Hajud, Stuttgart:

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