Jahresrückblicke 2018 -2006

Jahresrückblick 2017

Die Peter Rohland Stiftung im elften Jahr ihres Bestehens

Auch im elften Jahr ihres Bestehens ist die Peter Rohland Stiftung in einer guten Verfassung. Dabei hat sich der Fokus unserer Arbeit etwas verändert. Am Anfang unserer Tätigkeit ging es schwerpunktmäßig darum, Leben und Werk von Peter Rohland aufzuarbeiten und bekanntzumachen – Höhepunkte waren in diesem Zusammenhang die Herausgabe der Liedersammlung pitters lieder, der Lieder von Peter Rohland, im Mai 2014 und unser letzter großer Auftritt mit der Peter-Rohland-Ausstellung im Juli 2014 beim Folkfestival in Rudolstadt.

Heute konzentrieren wir uns mehr auf unser zweites Satzungsziel, das wir auch im Namen führen, die Förderung des Liedes. Mit den Singeworkshops und der Förderung von Musikpublikationen haben wir dieses Ziel auch schon früher verfolgt. Jetzt geht es uns aber verstärkt darum, ganz gezielt und sicher auch ganz im Sinne von Peter Rohland die Kulturarbeit auf der Waldeck und in deren Umkreis zu fördern.

So unterstützen wir auch in diesem Jahr wieder das Waldeck Liederfest und Waldeck Freakquenz mit Mitteln, die es den Veranstaltern erlaubt, angefragte Künstler auf die Waldeck zu holen.

Dies ist auch ein Grund, warum wir Vertreterinnen und Vertreter der aktiven jungen Generation auf der Waldeck in den „erweiterten“ Stiftungsrat der PRS eingeladen haben. Wir möchten auf diesem Weg Verständnis für unsere Arbeit wecken und finanziell dabei helfen, Projekte aus diesen Kreisen möglich zu machen. Bei Freakquenz ist uns das schon gelungen, ansonsten ist der Austausch durchaus noch entwicklungsfähig.

Nach diesem Vorspruch hier einige Highlights aus unserer Arbeit im letzten und im laufenden Jahr:

  • Unterstützung der CD-Edition „Brot & Rosen“ (Von der Liebe und ihren Bedingungen im Alltag) der Grenzgänger unter Michael Zachcial, ein Album, das gerade fertiggestellt wurde und das die Grenzgänger beim diesjährigen Waldeck Liederfest vorstellen werden. Die Mittel dafür stammen im Wesentlichen aus einem Spendenaufruf zugunsten der PRS aus Anlass des Todes von Heiner Kröher. Die CD ist Hein&Oss gewidmet.
  • Unterstützung der Herausgabe eines Degenhardt-Liederbuchs in englischer Sprache „Franz Josef Degenhardt: Deutsche Lieder – German Songs“ von Holger Böning, 2016. (Besprechung siehe Köpfchen 4/16, Seite 22)
  • Unterstützung der Herausgabe der Lieder von Roland Eckert zu dessen 80. Geburtstag im Herbst 2017 durch einen Freundeskreis um Peter Stibane.
  • Finanzielle Ausstattung des WaldeckKulturStipendiums an Bernard Bielmann und Florian Krämer, bekannt als Duo „Flobêr“, 2016 und an Tobias Thiele 2017, alle Berlin,
  • Unterstützung von Hanno Botsch bei seinen beiden Projekten „Die Frau im jüdischen Lied und Gedicht“ und „Tribute to Pitter“, dem Aufbau einer Gesangs- und Instrumentalgruppe, die sich dem Vortrag von Pitter-Liedern widmet,
  • Unterstützung eines Projekts des Zugvogel: Der schräge Silberspring, Lieder des Zugvogel, das wohl demnächst zum Sprung ansetzen müsste,
  • Wiederaufnahme der redaktionellen Tätigkeit an einem Waldeck Liederbuch in einer reinen Textfassung.

Auch auf der Einnahmeseite verlief das Jahr 2016 für die Stiftung sehr erfreulich. So erbrachte ein Spendenaufruf zugunsten der Stiftung aus Anlass des Todes von Heiner Kröher annähernd 3.000 €, die Anregung zu einer Spende aus Anlass der Feier eines runden Geburtstags des Berichterstatters erbrachte rund 6.000 €. Im Namen der Stiftung danke ich auch an dieser Stelle allen Spendern für diese großartige Unterstützung unserer Arbeit.
Eine ganz anrührende Spende erreichte uns noch in den letzten Dezembertagen: Sie kam von Topsy Frankl, zugleich auch im Namen ihres erst kürzlich verstorbenen Ehemannes Hai Frankl, in Höhe von 2.000 €, verbunden mit diesen anrührenden Dankeszeilen an die Waldeck, die ich hiermit an alle, die sich angesprochen fühlen, weitergebe:

Lieber Mike,

ich werde in den nächsten Tagen eine Spende in Höhe von 2.000 € an die Peter Rohland Stiftung überweisen, mit der Bitte, diese zur Förderung der Musik auf der Waldeck einzusetzen.

Die Waldeck war für Hai von großer Bedeutung, sie war ein Stück Heimat. Aber nicht nur für ihn, auch für mich war die Waldeck ein besonderer Ort der Begegnung mit vielen Musikern und wunderbaren Freunden. Ich weiß, es ist in seinem Sinn, Euch mit der Spende ein wenig zu unterstützen.

Lieber Mike, ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei allen für die lieben Karten und Briefe zu bedanken, die mich im letzten Jahr erreicht haben. Es ist tröstlich, wenn man seine Trauer mit Freunden teilen kann.

Ich grüße alle Waldecker ganz herzlich, wünsche Euch ein schönes Weihnachten und ein gutes Neues Jahr.

Topsy (Gunnel) Frankl

 

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Hai &Topsy 2007 - Foto: Edgar Brück

Bei der Suche nach einem passenden Projekt, in das wir die Spende von Hai&Topsy einbringen könnten, ist Ali Kuhlmann auf das Projekt eines Bellman-Liederbuchs gestoßen, das Margarete Löwensprung mit den bekannten deutschen Liedübersetzungen von Peter Paul Wrede plant und wofür die Finanzierung noch nicht gesichert ist. Wenn sich hier eine Zusammenarbeit realisieren ließe, wäre das eine sehr stimmige Sache, zumal Bellman-Lieder, gerade in den Wredeschen Übersetzungen, immer auch zum Liedrepertoire von Hai&Topsy gehörten. Das Buch sollte dann auch Hai&Topsy gewidmet werden.

Mit diesen schönen Aussichten endet mein Jahresrückblick.

Joachim Michael (mike)
Vorsitzender der Peter Rohland Stiftung

Köpfchen 1+2/2017, Seite 19f.

 

 


 

 

hunsbunt

Einladung

Waldecker Hunsbunt-Theater 2017

Die ABW veranstaltet in diesem Jahr zusammen mit Treff-Mobil das interkulturelle Theaterprojekt Hunsbunt-Theater. Entwickelt wird ein Stück mit Thema „Wir sind die Welt!“

Fünfmal, von März bis August, treffen sich junge Leute aus mehreren Nationen zu einem Wochenende auf der Waldeck , um sich kreativ mit Theater, A-cappella-Gesang, Hip-Hop/Breakdance, internationalen Liedern und Beatbox zu beschäftigen.
Junge Waldecker (18 bis 35 Jahre) können noch mitmachen.

Premiere ist beim diesjährigen Waldeck Freakquenz Festival am letzten Wochenende im August.

Eine Woche vor der Premiere fährt der Waldecker Tross nach Frankfurt, um dort am 19. August im Zelt des Jugendzirkus Zarakali (BDP) im Rahmen eines internationalen Abends Generalprobe zu machen.
Hierzu sind auch Waldecker Freunde als Zuschauer gerne gesehen.
Dort trifft die Gruppe auch auf junge Schauspieler, die aus Tunesien anreisen, mit denen Hotte Schneider schon seit Jahren im Rahmen eines Jugendaustausches des Wilde Rose e.V. arbeitet. Diese Gruppe macht sehr mutig Straßentheater gegen den IS in Tunesien. Das interessante Zusammenwirken der beiden Gruppen in der Schluss-Phase wird auch eine Woche später beim Freakquenz-Festival weiter gepflegt.

Das Waldecker Hunsbunt-Theater-Projekt leitet Hotte Schneider unter fachlicher Mitwirkung von Bille Billewitz, Helmut Alba (Ömmel) und Marcel Engels.

Hunsbunt ist eine sehr erfolgreiche Integrationsbewegung im Hunsrück „für Vielfalt und Völkerverständigung“, die von heimischen Künstlergruppen 2015 mit dem spontanen Hunsbunt-Festival in Büchenbeuren initiiert wurde (2000 Zuschauer). In Kastellaun gab es 2016 ein Hunsbunt-Integrationsfest für Gasteltern und in der Hunsbunt -Liga spielen mittlerweile elf interkulturelle Fußballmannschaften einen normalen Spielbetrieb im Rahmen des DFB.

Das Projekt Hunsbunt -Theater wird unterstützt von der Peter Rohland Stiftung, der Heinrich Böll Stiftung, der Szcech-Stiftung und der Evangelischen Jugend im Rheinland.

Termine Hunsbunt-Theater

24. bis 25. März: Vorbereitungs-Workshop
28. bis 30. April: Vorbereitungs-Workshop
9. bis 11. Juni: Vorbereitungs-Workshop
11. bis 13. August: Vorbereitungs-Workshop
19. August: Generalprobe im Zirkus Zarakali, Frankfurt
25. bis 27. August: Erste Aufführung beim Waldeck Freakquenz Festival

Kontakt:
Hotte Schneider
hotte.schneider@web.de

Links zum Projekt:
Hunsbunt-Festival: www.hunsbunt.jimdo.com
Hunsbunt-Liga: www.hunsbunt-liga.jimdo.com
Treff Mobil: www.ejust.de
Zirkus Zarakali: www.zarakali.de
Wilde Rose e.V.: www.ikj.bdp.org
Bille Billewitz: www.bille-billewitz.de/
Helmut Alba: www.helmut-alba.de

Köpfchen 1+2/2017, Seite 5

 

Eindrücke vom interkulturellen Hunsbunt-Theater,

einem Gemeinschaftsprojekt von ABW und Treff-Mobil (Evangelische Jugend).

2017 3 Seite4 2b Hunsbunt

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 Junge Leute aus fünf verschiedenen Nationen bereiten ein Stück vor:
„Wir sind die Welt!“
Erste Aufführung beim Waldeck Freakquenz Festival am 26.August 2017.

Köpfchen 3/2017, Seite 4

 

 hunsbunt foto tobias hauth
Das Hunsbunt-Theater - Foto: Tobias Hauth

Begegnung der besonderen Art:

Tunesier treffen Hunsbunt

Junge Flüchtlinge aus Eritrea, Iran, Somalia, Afghanistan und Syrien machen im Hunsrück eine Ausbildung in Schule oder Beruf. An vier Wochenenden trafen sie sich im Waldecker Hunsbunt-Projekt, um mit Hotte ein interkulturelles Theaterstück zu entwickeln. Dabei ging es um Alltagserlebnisse, die im schlechtesten Fall so böse verlaufen, dass sie in Hass und Gemetzel eskalieren, bis alle tot sind. Im zweiten Teil dann die positive Variante von Alltagsbewältigung, die in gutes Zusammenleben führt. Helmut Alba (Ömmel) hat dazu für die Anfangsszene ein somalisches Lied einstudiert und ein deutsches für die Schlussszene.

Mitte August waren dann im Rahmen einer Internationalen Begegnung junge Schauspiel-Talente aus Tunesien zu Besuch. Tunesien ist das einzigen Land, wo nach dem „Arabischen Frühling“ kein Chaos und Krieg entstand. Die Freunde machen zu Hause Straßentheater gegen den I.S.-Terror. Hotte hat mit ihnen kleine Szenen einstudiert, die kurzerhand ins Hunsbunt-Theater integriert wurden.

Im Frankfurter Zirkus Zarakali wurde das Ergebnis am 19. August aufgeführt. Beim Freakquenz-Festival ging‘s damit dann eine Woche später, am 26. August, auf die Waldecker Open-Air-Bühne des Freakquenz-Festivals. Die Tunesier präsentierten als kleines Gastgeschenk vor dem Stück zusätzlich einige traditionelle Lieder aus ihrer Heimat.

Swobl

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Hunsbunt-Theater ist ein Gemeinschaftsprojekt der ABW und Treff-Mobil (Evangelische Jugend). Es wurde unterstützt von der Peter Rohland Stiftung und der Szchech-Stiftung. Ein Wochenende war eine Kooperationsveranstaltung mit der Heinrich-Böll-Stiftung. Der Besuch der Tunesier war eine Internationale Begegnung des Wilde Rose e.V.

Köpfchen 4/17, Seit 18

 

 


 

 

Waldeck Freakquenz Festival – was ist das?

2017 12 Seite 4 3 Logo Freakquenz 200dpiIn den letzten Jahren fand sich auf der Waldeck eine Gruppe von Kultur-schaffenden Menschen zusammen, die aus ganz anderen als der Liedermacher- und Folk-Szene stammen. Der Freiraum Waldeck wird so für Künstler geöffnet, die diesen Ort bisher nicht wahrgenommen haben. Aus diesem Grund wurde im September 2011 zum ersten Mal das Waldeck Freakquenz Festival veranstaltet. Junge Musiker aus unterschiedlichen Musikrichtungen können sich hier präsentieren und die Waldeck kennenlernen.

Unser buntes Line-Up macht uns so schnell keiner nach: Von Metal über Liedermacherei, Ska, Elektro, Psychedelic, Pop und gestandene Stromgitarren jeglicher Form haben wir alles, denn wir nehmen den Begriff Genre nicht so ernst. Wir begreifen uns zudem als Indie-Festival. Indie kommt von Independent, das heißt unabhängig, und bezeichnet alle möglichen kreativen Ausdrucksformen jenseits der kommerziellen Kulturindustrie. Zu uns kommen kleine Bands und kleine Künstler mit großen Visionen und dem Herz am richtigen Fleck. Sie bekommen dafür ein Fleckchen mit richtig Herz. Viele Künstler fühlten sich auf dem Gelände so wohl, dass sie sich wiederholt auf die Waldeck zurückziehen, um kreativ zu werden und etwa eine Woche im Wald Lieder zu schreiben.

Wir möchten das Waldeck Freakquenz zu einem mittelgroßen Festival entwickeln, das kleinteilig aufgebaut ist und Künstlern jeder Couleur ein Forum bietet. Wie ein Erlebnisfeld sollte der Besucher das weitläufige Gelände mit seinen unterschiedlichen Facetten erkunden können und dabei beispielsweise Licht-, Klang- und Videoinstallationen wahrnehmen oder auf verschiedenen Bühnen Artistik und Kleinkunst jeglicher Art genießen können. Das musikalische und freidenkerische Erbe der Waldeck soll so in die nächste Generation getragen werden.

Mittlerweile befinden wir uns im siebten Jahr der Veranstaltungsreihe und laden ein zum

Waldeck Freakquenz Festival 2017
am Freitag, 25. und Samstag, 26. August 2017
auf dem Gelände der Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck

Alles Weitere siehe www.waldeck-freakquenz.de

Lena van Beek

Gefördert durch die Peter Rohland Stiftung und Kultursommer Rheinland-Pfalz

Köpfchen 1+2/2017, Seite 4

 

 


 

 

2017 4 Seite19
pitter-Abend mit Eva Graeter, Hanno Botsch, Dani Feldmann und Michael Zumstein

Liebe Freundinnen und Freunde des

Peter-Rohland-Singewettstreits

und der Waldeck,

ein intensives Wochenende liegt hinter uns, an dem der nunmehr achtzehnte Singewettstreit auf der Burg Waldeck stattfand. Leider hatten wir dieses Jahr – im Gegensatz zu sonst häufig – kein Glück mit dem Wetter. Immer wieder gingen heftige Schauer nieder, die das Gelände teilweise sehr matschig werden ließen.
Trotzdem hatten die Anwesenden ein schönes Wochenende und erlebten tolle Darbietungen beim Wettstreit. Gerade die Kategorien Einzelsänger und Singekreise hatten dieses Jahr ein sehr hohes Niveau. Die Singerunden abends gingen an beiden Abenden sehr lang, und das gemeinsame Musizieren schaffte dieses Jahr eine besonders schöne Atmosphäre.

Am Freitag hörten die Anwesenden einen äußerst interessanten Vortrag über den Namensgeber des Wettstreits, den Hanno Botsch mit persönlichen Erfahrungen anreichern konnte.
Musikalisch untermalt und kommentiert wurde der Vortrag durch die tollen Musiker von Hannos Ensemble. Die im Bühnenhaus durch die Peter Rohland Stiftung aufgebaute Ausstellung sorgte für einen stimmigen Rahmen während des Vortrags und wurde davor und danach von vielen Interessierten besucht.
[...]

Markus & Daniel

Köpfchen 4/2017, Seite 19

 

 


 

 

 Tobias Thiele: WaldeckKulturStipendiat 2017

2017 3 Seite5TobiasThieleMit Tobias Thiele bezieht ein weiterer Berliner Liedermacher und Sänger als WaldeckKulturStipendiat demnächst Quartier auf der Waldeck. Von 11. September bis 6. Oktober 2017 wird er im Mohrihaus residieren und auf der Spur seiner sieben Vorgängerinnen und Vorgänger, die seit 2013 die Waldeck besucht haben, Gelegenheit haben, das schöpferische Potential der Waldeck für sich zu entdecken. Zuvor wird er am 9. September 2017 am Waldecker Peter-Rohland-Singewettstreit teilnehmen.

Für sein 2016 erschienenes Debütalbum „Unerhört“ erhält Tobias jetzt den Förderpreis der Liederbestenliste. Die Jury schreibt dazu: „Im erfrischenden Sound des Albums gibt sich Thiele experimentierfreudig: Mal begleitet der Musikwissenschaftler, der nebenbei Kindern in einem Berliner Jugendzentrum das Gitarre spielen beibringt, seine warme Stimme nur mit feinsinniger akustischer Gitarre, auf der anderen Seite greift er virtuos und spielerisch ins Computer- und Elektroniklabor und geht mit rhythmisch vertrackten Drums- und Hip-Hop-Zitaten in Richtung Deutsch-Pop. […] Ein überzeugendes Debüt.“ Die Preisübergabe erfolgt am 23. September 2017 im Mainzer Unterhaus. Von der Waldeck aus ist der Weg dorthin nicht weit. Zuvor hat Tobias am 7. Juli noch einen Auftritt beim Rudolstädter Liederfestival.

Wir dürfen also einen jungen, ambitionierten Künstler erwarten, der im Begriff ist, in der Szene nachhaltig Fuß zu fassen. Wir, die Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck e.V. und die Peter Rohland Stiftung, die Initiatoren des WaldeckKulturStipendiums, wünschen ihm einen kreativen Aufenthalt auf der Waldeck mit einem hoffentlich weiteren Schub für seine Musiker-Karriere.

Den Freunden und Besuchern auf der Waldeck empfehlen wir, mit Tobias während seines Aufenthalts auf der Waldeck Kontakt aufzunehmen und ihn persönlich kennenzulernen und willkommen zu heißen.

mike

www.tobias-thiele.com

Köpfchen 3/17, Seite 5

 

Eindrücke vom 18. Peter-Rohland-Singewettstreit

2017 4 Seite14 12 Tobias Thiele UKFreitagabend gegen 21:30 kam ich mit meiner Frau und unserem Freund Constants auf der Waldeck an. Leider etwas verspätet, um die Pitters-Night komplett mitzubekommen; doch was wir dann noch von Hanno Botsch erzählt und zu hören bekamen hat uns gefesselt. Ein Eindruck aus Filmausschnitten, Musik und Bildern davon, was Pitter einmal war. Ein schöner Auftakt, um den Aufenthalt auf der Waldeck als Kulturstipendiat der Peter Rohland Stiftung zu beginnen.

Danach gingen die gemeinsamen Gesänge los, und ich hatte, um ehrlich zu sein, keine Ahnung davon, was für Kräfte bündische Gesänge entfalten können. Manchmal musste ich fragen, in welcher Sprache gerade gesungen wird, und die griechischen, schlesischen, russischen und italienischen Lieder, die um das Lagerfeuer gesungen wurden zogen mich in ihren Bann. Bei Bela Ciao konnten wir dann auch mitsingen, was uns sonst eher schwer fiel. Beeindruckt waren wir davon, wie viele Lieder gesungen wurden. Noch in den Morgenstunden wurden wir von den Gesängen in den Schlaf gesungen – ein wunderbares Gefühl.

Am Samstag freute ich mich früh um elf Uhr bei der Auslosung der Reihenfolge für den Wettstreit, die Sängerin und Liederschreiberin Heike Mildner, eine mir bereits bekannte Weggefährtin, wiederzutreffen. Um vierzehn Uhr ging es mit dem Singewettstreit los. In vier Kategorien präsentierten sich Fahrtengruppen, wobei man da dieses Mal leider beim Singular bleiben musste, Einzelsänger, Singekreise und Ensembles. Die Qualität aller war überraschend gut. Die absolute Frauen-Power der Bassschwestern hat uns besonders gefallen. Es war spannend zu sehen, wie bereits bekannte Waldecker auf Neulinge trafen. Jedes Lied, von den Liederwebern von Brüderchen und Schwesterchen bis zu den Landschaften von Heike Mildner, zeichnete Bilder und Zustände von Vergangenem bis zur Gegenwart, von einer Welt, in der wir leben, und einer, in der wir gerne leben möchten. Nämlich einer mit Breitbandanschluss auch am letzten Ende jeder Landschaft ;). Um nur ein Bild der vielen zu nennen. Ein wirklich schöner Samstag auf der Waldeck.

Als aktueller Kulturstipendiat der Peter Rohland Stiftung war es für mich überraschend, auch gleich den ersten Preis in der Kategorie der Einzelsänger zu bekommen. Das war gewissermaßen der perfekte Einstieg in die Zeit auf der Waldeck, um auf den Spuren meiner sieben Vorgängerinnen und Vorgänger (Masha Potempa, Dota Kehr, Holger Saarmann, Martin Betz, u.a.), die seit 2013 die Waldeck besucht haben, die Gelegenheit zu haben, das schöpferische Potential der Waldeck zu entdecken.

TT – Tobias Thiele

Köpfchen 4/2017, Seite 24f.

 

12d Cover CD Thiele Alles kann jpg

Alles kann anders sein

heißt die Debut-CD des Waldeck-Kunst-Stipendiaten und Förderpreisträgers der Liederbestenliste Tobias Thiele aus Berlin. Teile der CD wurden auf der Waldeck, nämlich im Mohrihaus aufgenommen. Außer einem von Tobias Thiele bearbeiteten Lied aus Uruguay und einem Song von Holger Saarmann stammen sämtliche Texte und Kompositionen aus Tobias Thieles Feder. Texthandwerklich kommen manche Passagen doch noch recht holperig daher. Musikalisch hingegen sind dem Peter-Rohland-Singewettstreit-Sieger originelle bis ungewöhnliche Klänge gelungen.
Die CD wurde durch die Peter Rohland Stiftung gefördert. www.tobias-thiele.com

Köpfchen 4/18, Seite 38

 

 


 

 

2017 4 Seite35

Annett Kuhr: Sommerlandtraum, CD 2017

Auch Annett Kuhr gehört zum Sago-Kreis um Christof Stählin. Und das macht sie nicht nur durch ihre poetischen Liedtexte und ihr filigranes Gitarrenspiel sehr deutlich, sondern auch, indem sie auf ihrer neuesten CD Sommerlandtraum gleich drei Lieder von Christof interpretiert. Inhaltlich kann die CD als eine lyrische Reise durch verschiedene Orte und Jahreszeiten verstanden werden. Nicht als Hintergrundmusik geeignet, sondern ausschließlich zum konzentrierten Zuhören. Thomas Felder betätigte sich u.a. als Tonmeister, und Jens Kommnick hat auch ein bisschen mitgespielt. Sommerlandtraum wurde übrigens von der Peter Rohland Stiftung gefördert. www.annettkuhr.de

Aus: Kais kleine Klangkörper-Kolumne 4

Köpfchen 1/2018 Seite 35f.

 

 


 

 

2017 3 Seite5TobiasThiele

Die Grenzgänger: Brot und Rosen – Lieder.Liebe.Rebellion, CD, 2017. www.chanson.de.

Ein ganzes Konzert über die Liebe und ihre Bedingungen im Alltag. Dargeboten werden neben vielen neu entdeckten Liebesliedern aus dem Freiburger Volksliedarchiv außergewöhnliche Interpretationen bekannterer Liebeslieder aus sechs Jahrhunderten. Unter http://folksong.de/brot-rosen-live/ ist ein fünfminütiges Video online verfügbar.

Gefördert von der Peter Rohland Stiftung

Köpfchen 1+2/17, Seite 34

 

Auszeichnung für „Brot und Rosen“

Die deutsche Schallplattenkritik hat in ihrer Bestenliste 3-2017 das Album „Brot und Rosen“ von den Grenzgängern als bestes in der Kategorie Liedermacherausgezeichnet. Hier die Begründung:

„Mit diesem Album ist es den Grenzgängern wieder einmal gelungen, gesellschaftspolitisch engagierten Anspruch und künstlerisch hohes Niveau sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Deutschland im Winter 1843: Die Menschen erleiden große Not, viele sind arbeitslos, haben kein Dach über dem Kopf, suchen nach Möglichkeiten, ihr Elend zu verringern – als Auswanderer, als Flüchtlinge, allein sechs Millionen wandern in die USA aus. Michael Zachcial hat Lieder aus dieser Zeit zusammengetragen, die einerseits das Elend schildern, andererseits aber auch Hoffnung und Lebensfreude signalisieren. Das liebevoll gestaltete Booklet enthält neben den Liedtexten eine Fülle von historischen Informationen sowie viele aussagekräftige Bilder. Ein kleines Meisterwerk, hochaktuell dazu!“
(Für die Jury: Kai Engelke)

Das Album war von der Peter Rohland Stiftung gefördert worden und wurde beim diesjährigen Liederfest von den Grenzgängern live dargeboten. (Siehe Köpfchen 3/17)

Die Grenzgänger: Brot & Rosen. Müller-Lüdenscheidt Verlag MLCD_22 (www.musikvonwelt.de / Broken Silence)

Köpfchen 4/2017, Seite 16

 

 


 

 

Rolands Lieder, jetzt haben wir sie wieder!

2017 4 Seite25bDa und dort werden die Lieder von Roland in den verschiedensten Gruppen und Horten der bündischen Jugend und in Pfadfinderverbänden noch recht lebendig gesungen. Aber gesammelt und ansehnlich präsentiert – das fehlte bislang. Dieses war wohl vermutlich der Bescheidenheit von Roland Eckert geschuldet. Jetzt, nach vielen Jahrzehnten des Entstehens seiner Lieder, ist es (endlich) in Zusammenwirken mehrerer Akteure – der Peter Rohland Stiftung, der Stiftung Dokumentation der Jugendbewegung (Burg Ludwigstein), dem Mindener Kreis e. V. und nicht zuletzt Peter Stibane (pit) und Astrid Stößel (Kolme), die als Herausgeber zeichnen – gelungen, die ganze Fülle der von Roland als Liedschöpfer in Text und Melodie geschaffenen Lieder zusammen zu tragen.

Entstanden sind diese Lieder in den Zeiten des Bundes deutscher Jungenschaften, den Roland zusammen mit Freunden in den Jahren um 1959 gegründet hatte. Erschienen im Spurbuchverlag, kann das Liederbuch in Aufbereitung und Grafik ganz nach der eigenen Art dieses nicht mehr existierenden Bundes für Freunde, Sänger und Sängerinnen zur Erinnerung, Sammlung und zum regen Gebrauch dienen.

1963 hörte ich als siebzehnjähriger, frischgebackener Hortenführer aus der schwäbischen Provinz bei einem Treffen der im Süden angesiedelten Gruppen des Bundes deutscher Jungenschaften (BdJ) zum ersten Male die Lieder von Roland. Ich erinnere mich an „Temesvar“, „Die Füchsin“, „Platero“ und „Die Kirschen sind reif“. Für mich und uns war das ein völlig anderer Liedstil, die Melodien und Texte voller Poesie und vorher nie gehörter Lyrik. Es kam mir seinerzeit so vor, als hätten wir auf solche Lieder geradezu gewartet, kannten wir doch bisher lediglich die Lieder aus dem Turm, Tejos Lieder, die Lieder der Eisbrechermannschaft und was sonst noch so in den Gruppen gesungen wurde.

Roland selbst lernte ich erst Jahre später näher kennen, kannte aber Texte und Fotos von ihm aus der –schrift– des BdJ. Ich erinnere mich an das legendäre Chorleiterfoto von Roland im blauen schwäbischen Rieskittel im Steinbruch von Friedland. Es atmete eine ganz andere Geisteswelt als die der einheitsblauen oder schwarzen Jungenschaftsjacken; Schulterriemen und Koppelschloss hatten ausgedient.

Mit weiteren aus seiner Feder oder im Kreise seiner Freunde, Olka (Erich Scholz), Christof Stählin, Peter Rohland u. a. entstandenen Liedern ergänzten wir unser Repertoire. Zu nennen sind hier: „Ostsee, Rosenort“, „Sehr alt sind die Wälder“, „Meine Sonne will ich fragen“, „Meine Sterne, meine Nacht“, „Da ritt ich wohl mein gelbes Pferd“, „Blume ist so gut geraten“, und viele mehr. Es sind allesamt wunderbare Texte und Melodien, voller Bilder sinnlicher Klangwelten und Gefühle. Und mit diesen neuen Liedern, gesungen und gespielt zu eigener Zeit, wanderten wir fortan unter der Fülle des Sternenhimmels, begegneten uns im Reigen unserer Wirklichkeiten und Fantasien, in Übereinstimmung mit uns selbst und den Mitsängern.

Nachzulesen in der nunmehr vorliegenden Liedersammlung ist ein aufschlussreiches Gespräch zwischen Roland und den beiden Herausgebern, pit und Kolme. Roland erzählt über die Anstöße und Impulse des eigenen Suchens nach Texten und Melodien: „Lieder sollen sinnliche Erfahrungen und konkrete Geschichten wiedergeben“, über Kindheit und erste Jugendjahre in einer musischen Familie, zu den Wirkungskräften von Gedichten, dem Ausprobieren von Tönen, Melodien und Rhythmen, seinem Komponieren für besondere Anlässe wie Morgenfeiern und Chorgesang. Roland verstand sein Liedermachen stets im Zusammenhang mit der Selbstbildung junger Menschen und dem Suchen nach eigenem ästhetischem Empfinden.

Auch mit den Liedern von Roland fanden wir Wege zu Kulturen anderer Völker, deren Lebenswelten. Der Balkan, das fahrende Volk hatten es uns besonders angetan, auch wenn uns seinerzeit Begrifflichkeiten wie „Zigeuner“ noch allzu leicht vom Munde gingen. Im Sinne bereits in jungen Jahren erfahrener und gelebter Humanitas für Gerechtigkeit und Freiheit, sahen wir deren Ausgegrenzt-Sein bis hin zu Verfolgung und Mord. Wir sangen die ihnen zugedachten Lieder und Texte in tiefer Verbundenheit und Empathie – oftmals für uns auch befreiend. Auf unseren Großfahrten erfuhren wir Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft. Noch heute gibt es Kontakte und unterstützende Verbindungen nach Bosnien und Griechenland.

Ein Text in der Lieder–schrift– (Nr.9) aus den frühen sechziger Jahren des BdJ lautet: „Wir leben mit diesen Weisen, und wenn wir ihnen begegnen, wird unser Sein klarer und faßbarer werden“; das könnte auch heute noch so gesagt werden, und deshalb singen wir auch heute oft und gerne!

Der Liedersammlung ist dankenswerter Weise eine CD beigefügt. Beim ersten Anhören der von pit, Kolme, deren Wandervogelchor und auch von Roland eingesungenen Lieder mag vieles ungewohnt und auch fremdartig klingen. Einige der Lieder erinnern an ‚Kunstgesang‘, auch die Art und Weise des Vortragens ist vielleicht nicht jedermanns/-frau Sache. Wir haben seinerzeit in den Gruppen diese Lieder flotter, rhythmischer und jugendlich-bewegter gesungen. Manche Lieder von Roland waren regelrechte ‚Schlager‘ und bildhafte Vorstellung mancher Gruppen mit Tamburin und Schellen bei uns im Süden. Die Gruppen hatten je ihre eigene Interpretation und Präsentation, auch der Chorgesang von Rolands Liedern war vielerorts wenig eingeübt und im Gebrauch. Das alles macht die beigegebene CD reizvoll und weckt Neugierde; hört sie euch an!

Günter Fieger-Kritter – häring –

Peter Stibane & Astrid Stößel (Hg.): ... heute singst du das Lied von den Straßen. Lieder von Roland, 96148 Baunach (Spurbuchverlag) 2017, 104 Seiten, ISBN 978-3-88778-507-9

Bestellbar bei:
Peter Stibane (pit), Erzbergerstraße 23 b, 76133 Karlsruhe
Tel. 0721 - 75 15 91
peter.stibane@gmx.de

Köpfchen 4/2017, Seite 25ff.

 

2018 1 Seite20
Foto: modder (Jürgen Behling)

Jour fixe mit Roland Eckerts Liedern

An die vierzig Waldecker hatten am 27. Januar Gelegenheit, Lieder von Roland Eckert zu hören, dargeboten von Pit Stibane und seiner Frau Kolme, die die Lieder mit ihrem Karlsruher Chor eingesungen, Melodien und Texte gesetzt und das Liederbuch „... heute singst du das Lied von den Straßen“ samt CD herausgegeben haben. Es wurden alle Lieder näher kommentiert, mit Hintergründen, u.a. der Definition des Begriffs „Zigeuner“, auch bezogen auf die heutige Zeit. Roland hat auch selbst zur Gitarre gegriffen.

Es war wieder mal eine Sternstunde für den Verein, und die traditionelle offene Singerunde dauerte bis in die Morgenstunden.

modder

Köpfchen 1/2018, Seite 20