Jahresrückblicke 2018 -2006

Jahresrückblick 2016

Neues von der Peter Rohland Stiftung (PRS)

1. Neukonstituierung des Stiftungsrats:

Im Jahr 2015 stand die Neukonstituierung des Stiftungsrats an. Am 25. Mai 2015 traf sich das Gremium auf der Waldeck. Die beiden ´geborenen´ Mitglieder Joachim Michael (mike) als Mitstifter und Sandra Kupfer als amtierende Vorsitzende der ABW bestimmten

Gisela Möller-Pantleon, Ali Kuhlmann und Josef Haverkamp

im Wege der Kooption wiederum zu ordentlichen Mitgliedern. Die durch den Tod von Klaus Peter Möller (molo) und das altersbedingte Ausscheiden von Helmut König (helm) frei gewordenen Sitze im Stiftungsrat blieben bewusst unbesetzt, um ein Nachrücken von KandidatInnen aus der jüngeren Generation zu eröffnen.

Der neu konstituierte Stiftungsrat wählte

Joachim Michael (mike) zu seinem neuen Vorsitzenden.

Josef Haverkamp wurde in seinem Amt als Stellvertretender Vorsitzender bestätigt.

 

2. Öffnung des Stiftungsrats gegenüber der jüngeren Generation:

Nach Kerstin und Achim Schiel (Peter-Rohland-Singewettstreit/Musikpädagogik und Zugvogel/Bündische Gruppen) konnten weitere Aktive der jüngeren Generation auf der Waldeck als ´hospitierende´ Mitglieder des Stiftungsrats gewonnen werden:

Mathias Riediger und Lena van Beek (Freakquenz),

Theo Hofmann (BDP/Wilde Rose/Salamanderhütten) und

David Miron (Drushbahütte)

Herzlich willkommen in der Peter Rohland Stiftung! Wir haben unser Augenmerk bewusst auf junge Leute wie euch, aus dem Waldeck-Umkreis gerichtet. Wir freuen uns über euer Interesse und erwarten von euch Anregungen für unsere Arbeit und Vorschläge für Förderprojekte aus eurem Umfeld, die unseren Stiftungszielen entsprechen und die, und da schließt sich der Kreis, das kulturelle Leben auf der Waldeck bereichern.

Dies ist selbstverständlich keine abschließende Liste. Weitere Aktive der Waldeck und aus deren Umkreis sind willkommen.

 

3. Auftaktsitzung des Stiftungsrats am 6. September 2015:

Die Probe aufs Exempel konnten wir in der Auftaktsitzung des neuen Stiftungsrats am 6. September 2015 am Rande des Peter-Rohland-Singewettstreits machen. Alle hospitierenden Mitglieder waren mit dabei (Lene wurde durch Mathias vertreten). Es entspann sich eine lebhafte Diskussion. Folgende Projekte erfuhren eine positive Bewertung:

  • Der Vorschlag von Mathias für ein mobiles Tonstudio auf der Waldeck wird in einem Testlauf mit Musikstudenten von Mathias auf seine Praxistauglichkeit geprüft.
  • Die erste EP Rauchschwalben am Horizont von Masha Potempa, unserer ersten WaldeckKunstStipendiatin, mit Liedern, die teilweise während ihres Waldeckaufenthalts entstanden sind, wird gefördert.
  • Die diesjährigen WaldeckKulturStipendiaten Mirvana in the groove kitchen aus dem Umkreis der Drushbahütte, zu hören waren sie auf dem diesjährigen Waldeck-Liederfest, werden mit Unterstützung von ABW und PRS ihren zweiten Waldeckaufenthalt von 20. bis 22.10.2015 absolvieren. Ihr Debut-Album absolut nichts mit Liedern, an denen teilweise auf der Waldeck gearbeitet und gefeilt wurde, ist im September 2015 erschienen.
  • Das CD/Liederbuch-Projekt Schräger Silberspring, Lieder des Zugvogel mit Liedern der anderen Art, vorgestellt von Achim, wird gefördert.
  • Hanno Botsch wird bei seinem Peter Rohland Vortrags-Projekt, nächster Auftritt am 03.11.2015 in der Schwartzschen Villa in Berlin-Steglitz, und dem Projekt einer musikalisch-poetischen Zeitreise Die Frau im jüdischen Lied und Gedicht, nächster Auftritt am 14. 11. 2015 in Kastellaun unterstützt.

Weitere Projekte stehen zur Diskussion.

 

4. Abgeschlossene und kommende Projekte:

  • Schon im ersten Halbjahr 2015 unterstützte die Stiftung erneut die Musikgruppe Die Grenzgänger mit Michael Zachcial, diesmal bei dem CD-Projekt Und weil der Mensch ein Mensch ist. Die CD enthält Lieder aus den Gefängnissen und Konzentrationslagern der nationalsozialistischen Diktatur und erschien pünktlich zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs am 7. Mai 2015. Wie schon die zuvor geförderte CD Maikäfer flieg! entspricht auch die neue CD-Edition der Arbeits- und Vorgehensweise und den Zielvorstellungen von Peter Rohland und dem von ihm geprägten erweiterten Volksliedbegriff. Die Gruppe wird dem Ansatz von Peter Rohland in hervorragender Weise gerecht.
  • Bei dem diesjährigen Waldeck-Liederfest unterstützten wir den Auftritt der Musikgruppe um Jan Tengeler, Daniel Kahn und David Saam mit Neuinterpretationen von Peter Rohland Liedern, einem noch andauernden musikalischen Experiment, das nachhaltige Diskussionen auslöste, die ebenfalls noch nicht abgeschlossen sind.
  • Unsere Unterstützung erfuhr auch das von Hotte Schneider initiierte Theaterstück Junge Heimat mit Flüchtlingen und Jugendlichen vom Hunsrück mit Probeaufenthalten auf der Waldeck.
  • Schließlich findet mit unserer Förderung auch im Jahr 2015 wieder der A-cappella-Workshop mit Helmut Alba (Ömmel) statt, und zwar von 13.-15.11.2015 auf der Waldeck.

mike

Köpfchen 2+3/2015, Seite 9f.

 

 


 

 

2015 23 Seite10
Zugvogel und Skynnie mit Bassbalalaika 2007

Pitters Bassbalalaika

sucht neue Gespielin oder neuen Gespielen

Bester Erhaltungszustand wird zugesichert, behutsame Behandlung und viel Spielvergnügen wird erwartet.

Die Peter Rohland Stiftung verleiht das legendäre Instrument aus dem Nachlass von Peter Rohland kostenlos an interessierte (und talentierte) Jugendgruppen. Nach einem Aufenthalt beim Zugvogel und dem BdP Stamm ´Pilgrim Falkoni´, Neuwied, beide mehrfache Preisträger beim Peter-Rohland-Singewettstreit auf der Waldeck, ist jetzt Veränderung angesagt. Näheres über t.j.michael@gmx.de

Köpfchen 2+3/2015, Seite 10

 

 


 

 

2016 12 Seite 31
Hanno Botsch und Peter Rohland - Foto: mike

Peter-Rohland-Abend von Hanno Botsch

Am 5. April 1966 verstarb Peter Rohland mit dreiunddreißig Jahren an den Folgen einer Gehirnblutung. Im fünfzigsten Jahr seines Todes gedenkt Hanno Botsch des Freundes, mit dem er seinerzeit auf Tournee gewesen war, mit seinem Peter-Rohland-Programm

Peter Rohlands Entdeckung der jiddischen Lieder in den sechziger Jahren

Das Programm wird aufgeführt

in Breisach am Montag, 25. April, Blaues Haus,

in Heidelberg am Dienstag, 10. Mai in der Galerie Melnikow,

in Göppingen am Mittwoch, 1. Juni, im Städtischen Museum Im Storchen,

in Kastellaun am Samstag, 4. Juni, im Haus der regionalen Geschichte auf der Burg und auf der Waldeck bei einem der kommenden Jours fixes.

Gefördert durch die Peter Rohland Stiftung

Köpfchen 1+2/2016, Seite 31

 

 


 

 

2017 12 Seite 21

WaldeckKulturStipendium 2016 für Florian Krämer und Bernard P. Bielmann

„Wir leben und wir lieben – und um uns tobt die Zeit.“

Um diesen Kehrvers kreist unser Lied „Immer dasselbe“, das wir 2016 auf der Burg Waldeck geschrieben haben.

Kennen wir das Toben nicht alle? Da ist nicht nur das verrückte, sich ewig wiederholende Weltgeschehen. Da ist auch der eigene Alltag, der uns umgibt, die Arbeit, die uns, selbst wenn wir sie lieben, sehr in Anspruch nimmt. Und unsere Familie, die uns in Anspruch nimmt, gerade weil wir sie lieben, und um die man sich sorgt, in jeder Bedeutung des Wortes.

Um es Liedkünstlern zu ermöglichen, der tobenden Zeit einmal kurz entfliehen zu können, wurde wohl das WaldeckKulturStipendium ins Leben gerufen. Im Jahr 2016 waren wir die Glücklichen, die es in Anspruch nehmen durften.

Wir sind FloBêr: Florian Krämer und Bernard P. Bielmann, Musiker und Liedermacher, die insbesondere regelmäßigen Besuchern des Peter-Rohland-Singewettstreits nicht unbekannt sein dürften.
Obwohl wir beide aus dem Südwesten Berlins stammen, haben wir uns erst auf der Waldeck kennen gelernt. Es war die Musik, die uns verbunden hat. Und das bündische Umfeld: Obwohl wir beide nie Mitglied eines Bundes waren, sind wir förmlich in die bündische Szene hineingewachsen, maßgeblich über die Lieder, die hier weitergetragen und neu geschaffen werden.
Im Jahr 2015 haben wir beschlossen, unsere eigenen Lieder und Instrumente zusammenzuführen und FloBêr ins Leben gerufen.

Im letzten Jahr haben wir unser Debüt-Album „VonWegen“ veröffentlicht, auf dem wir am Bass von Max Johannson und an der Percussion von Andreas Albrecht begleitet werden, der unser Album auch produziert hat. Andreas ist selbst Liedermacher und uns im Laufe des letzten Jahres zu einem guten Freund geworden. Als wir ihm von der Waldeck und unserem Stipendium berichtet haben, war er Feuer und Flamme, uns in den Hunsrück zu folgen.

Und so kam es, dass wir uns in den letzten Tagen des August nach und nach zu dritt auf der Waldeck ein- und im Mohrihaus Quartier fanden. Wir wollten uns besinnen und uns Zeit für neue, erstmals wirklich gemeinsam geschriebene Lieder nehmen. Und dann waren es am Ende doch nur ein paar Tage: Das Leben hat uns eingeholt, und unsere Familie. Denn wir ließen in Berlin eine kranke Mutter und einen kranken Vater zurück. Als in den wenigen Tagen im Hunsrück die Sorge wuchs, war klar: Wir müssen zurück.

Und trotz der kurzen Zeit waren es unglaublich intensive Tage, an denen zwei bis vier neue gemeinsame Lieder entstanden sind. Zwei davon haben wir dann auch gleich auf dem Peter-Rohland-Singewettstreit zum besten gegeben. Denn wir sind wiedergekommen. Anstatt wie geplant bis zum Wettstreit zu bleiben, sind wir ab- und dann doch wieder angereist. Weil wir unser Album unbedingt hier das Licht der Welt erblicken sollte.

Und um zu sagen: Ja, wir sind hier. Wir sind dankbar, diese Chance bekommen zu haben, auch wenn sie nur kurz war. Und wir sind dankbar dafür, dass es einen Ort wie diesen gibt, an den sich zurückziehen kann, wem das Toben der Welt um ihn herum zu viel wird.

Bernard P. Bielmann

FloBêr: VonWegen, Silberblick Musik 032, www.flober.eu, soundcloud.com/floberfolk, facebook.com/floberfolk.

Florian Krämer und Bernard Bielmann haben sich auf dem Peter-Rohland-Singewettstreit gefunden. Als Einzelsänger und 2016 als Duo hatten sie dort mehrfach Preise erhalten. Letztes Jahr bereiteten sie als WaldeckKulturStipendiaten ihr gemeinsames Programm vor. Besprechung siehe der eisbrecher 219, 2016, Seite 42f.

Köpfchen 1+2/17, Seite 21 und 34

 

 


 

 

2016 4 Seite 24b
Die Gruppe Heckerzug Foto: Wolfram Wette

Eine etwas andere Einheitsfeier

Freiburg, 3. Oktober 2016, Tag der Deutschen Einheit. Während sich alle Blicke auf die zentralen Gedenkfeiern in Dresden richteten, die von rechtsradikalen Pöbeleien begleitet waren, fand in Freiburg ein heiter-besinnliches Alternativprogramm statt. Die hier vor fünfzehn Jahren von Andreas Meckel und Heinz Siebold gegründete „Initiative zur Erinnerung an die Badische Revolution“ lud zusammen mit dem Kommunalen Kino Freiburg zu einer Matinee ein. Ihr Titel: „Bilder und Lieder der Revolution“. In der Badischen Revolution von 1848/49 ging es bekanntlich ebenfalls um die deutsche Einheit, die damals „von unten“ her erkämpft werden sollte.

In der Freiburger Veranstaltung präsentierte der Soziologe Dr. Bernd Hainmüller weithin unbekannte Gemälde, Lithographien und Zeichnungen eines Zeitgenossen, nämlich des Malers Friedrich Kaiser. Zu einer Zeit, als es noch keine Fotografie gab, fing er mit seinen Bildern in eindrucksvoller Weise wichtige Ereignisse der Badischen Revolution ein.

Begleitet wurde diese optische Darbietung von einer Reihe von „Demokratenliedern“, die Peter Rohland („pitter“) ein Jahrhundert später der Vergessenheit entrissen hat. Vorgetragen wurden sie von drei Musikern, die sich Gruppe „Heckerzug“ nennen: Hanno Botsch (Gitarre), Eva Graeter (Bass, Akkordeon und Gesang) und Michael Zumstein (Gitarre, Gesang). Sie präsentierten unter anderem die Lieder: Das Lied vom großen Hecker, Trotz alledem, Mein Deutschland, Wir fahren nach Amerika.

Der vormalige Bundespräsident Gustav Heinemann hätte viel Freude an dieser Veranstaltung gehabt. Denn es war für ihn ein wichtiges geschichtspolitisches Anliegen, an die verschütteten demokratischen Traditionen in Deutschland zu erinnern. Auf seine Anregung hin wurde 1974 in Rastatt die "Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte" gegründet, deren heutige Leiterin Dr. Irmgard Stamm in Freiburg ebenfalls anwesend war. In Rastatt konnte sich die Peter Rohland Stiftung bereits im Jahre 2013 mit nachhaltigem Erfolg vorstellen.

Wolfram Wette

Gefördert durch die Peter Rohland Stiftung

Köpfchen 4/2016, Seite 24