Jahresrückblicke 2018 -2006

Jahresrückblick 2011

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Wolfgang Züfle - dex - eröffnet die Ausstellung
Foto: molo

Peter Rohland Stiftung

Das letzte Quartal des Jahres 2010 begann für die Stiftung am 11. Oktober mit der sechsten Ausstellung über unseren Namensgeber im ver.di-Institut für Bildung, Medien und Kunst in 32791 Lage, Teutoburger-Wald-Straße 105, diesmal mehr im Norden, zwischen Bielefeld und Detmold. Den Themenschwerpunkt bildeten wieder die von Peter Rohland entdeckten politischen Lieder der Revolution von 1848 mit dem einordnenden Vortrag von Prof. Dr. Holger Böning, Universität Bremen und der musikalischen Begleitung durch unseren Sänger Black (Lothar Lechleiter). Es wäre nun an der Zeit, Peter Rohland in einer weiteren Ausstellung als den frühen Sänger jiddischer Lieder vorzustellen.

Helmut König (helm) hat mit Paul Rode (Momo) und Rainer Kurtz (raki) in mühevoller und jahrelanger Kleinarbeit, pünktlich zum 90. Geburtstag des legendären bündischen Liedermachers Walter Scherf (tejo), das Liederbuch „tejos lieder“ herausgebracht. Die Peter Rohland Stiftung hat den Druck des ansprechend und sorgfältig aufgemachten Buchs mit einem Druckkostenzuschuss unterstützt, neben der auf Burg Ludwigstein angesiedelten Stiftung Dokumentation der Jugendbewegung.

Ebenfalls finanziell unterstützt wurde die von Kai Engelke herausgebrachte CD „Mitternachtsgesänge; die verlorenen Lieder des Jooschen Engelke 1918 – 1962“. Die Namen der Sänger auf der Liederliste sind fast alle auf der Waldeck wohlbekannt.

Gefördert wurden auch die A-cappella-Workshops, die Helmut Alba (Ömmel) nach abermals überstandener Krankheit wieder auf der Waldeck veranstaltet: von 10. bis 12. September den achten und von 26. bis 28. November 2010 den neunten Workshop. Bereits im Januar wurde der siebte Workshop gefördert.

Der Schwerpunkt der Aktivitäten der Stiftung liegt auf Lieder-Workshops, die ohne Honorar von Fachkräften geleitet, von Mitgliedern des Stiftungsrates ehrenamtlich organisiert und von der Stiftung finanziell gefördert werden. Das sind im Zeitraum von November 2010 bis April 2011 drei Wochenenden rund um die Liedersingerei:

  • von 12. bis 14. November 2010 im Schwabenhaus: der vierte Singeworkshop für Gruppen, Gruppenführerinnen und Gruppenführer mit dem bewährten Team Kerstin und Plauder,

  • von 4. bis 6. Februar 2011, ebenfalls im Schwabenhaus, der zweite Workshop „Eigene Lieder schreiben“, diesmal mit Markus Giesler und Markus Breuer von der Gruppe „Schlagsaite“,

  • von 15. bis 17. April 2011, wiederum im Schwabenhaus, der speziell für Kinder und jüngere Jugendliche ausgerichtete Singeworkshop mit Stefanie Karl und Annika Mies. Hier freuen wir uns bereits auf den dritten Durchgang.

Die Kosten der Liederworkshops pro Teilnehmer für ein Wochenende ab Freitagabend samt Unterkunft und Verpflegung sowie Lernmaterial können durch die Förderung bei 25 bzw. bei 20 Euro1 gehalten werden.

Vielleicht machen sich die Workshop-Aktivitäten mit Gruppen bereits bei den Singewettstreiten im September bemerkbar? Sowohl Leute der Pfadfindergruppen in Simmern wie in Neuwied haben sich von Kerstin und Plauder schon trainieren lassen. In diesem wie im letzten Jahr machte die Hunsrücker Gruppe „Vierzig Morgen“ bei den Fahrtengruppen den ersten Preis. In diesem Jahr war auch der Stamm „Pilgrim Falkoni“, BdP Neuwied, dabei und holte gleich einen zweiten Preis.

Das Ziel der Stiftung, das Singen, insbesondere auf und in Verbindung mit der Waldeck zu fördern, wird also schon gut erreicht. Deshalb können wir guten Gewissens raten: bedenkt auch unser Konto Nr. 12 177 770, BLZ 560 517 90, KSK Rhein-Hunrück. Beim Finanzamt sind wir anerkannt und können Spenden steuerwirksam quittieren.

molo

Köpfchen 4/2010, Seite 17f.

 

 


 

 

Einladung

Waldeck trifft Kulturpunkt

Am Samstag, 29. Januar 2011, um 19.30 Uhr, findet in Krefeld in der Friedenskirche die nächste Benefiz-Veranstaltung statt (Eintritt 15 Euro, ermäßigt 10 Euro). Der letzte Treff im Oktober 2009 war schon ein guter Erfolg, die Künstler (neudeutsch: line up) traten umsonst – aber nicht vergebens – auf, rissen jedoch die Besucher zu begeistertem Beifall hin. Sogar für die Peter Rohland Stiftung, zu deren Gunsten damals gesungen wurde, blieb etwas übrig. Diesmal wirkt die Stiftung wieder in der Organisation mit.

Gefördert wird diesmal die Kulturinitiative AKKU Krefeld (www.akku-krefeld.de), sie unterstützt Schulen und Schüler in der musischen Kulturarbeit, vor allem bei Kindern, die es nicht so dicke haben.

Das Programm soll nicht wieder bis in den frühen Morgen dauern. Es wird von Kai Engelke (www.kaiengelke.de) moderiert, der auch für das Internationale Liederfest an Pfingsten auf der Waldeck gewonnen werden konnte!

Die Künstler traten bereits auf der Waldeck auf:

  • Wir können uns auf den Neuseeländer Mike Brosnan freuen, Heike Mohrbach wird ihn gesanglich unterstützen.
  • Unsere Freunde von der Schlagsaite haben ebenfalls zugesagt und verstärken das junge Element, für das die Waldeck ja auch steht.
  • Adina Romana wird auftreten, wenn wir einen passenden Musiker finden, der ihre Lieder begleiten kann, leider können wir keinen Cimbalisten einfliegen.

Da wiederum alle Künstler ohne Gagen auftreten, sollte eine hübsche Summe an die AKKU überwiesen werden können, vorausgesetzt ihr kommt, wie gewohnt, zahlreich nach Krefeld.

Wer reservieren oder übernachten möchte, kann sich an mich wenden.

jacky

Jacky Jacobi van Beek
jacky@rembetiko.de

Köpfchen 4/2010, Seite 18f.

 

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Der Nachwuchs Grafik: Goly

Waldeck trifft Kulturpunkt

Benefizkonzert in der Friedenskirche Krefeld

am Samstag, 29. Januar 2011

„Der liebe Gott ist anti“, sagte verhalten in der ersten Reihe jemand, weil in der Kirche die Heizung ausgefallen war und das Konzert deshalb nun in der Vorhalle der Friedenskirche stattfinden musste.

„Jacky lässt uns Musik hören!“, mit diesen Worten begann Mitorganisator Joachim Watzlawick das Publikum in der restlos gefüllten Halle einzustimmen. Wer von den Anwesenden einen Bezug zur Waldeck habe, bitte er um ein Handzeichen. Schallendes Gelächter war die Antwort, als daraufhin viele Hände erhoben wurden. Und weiter fragend, woher man denn so komme, hörte man aus den vorderen Reihen die lebhafte Stimme einer Dame: „Ich komme aus Venedig!“ Als anschließend der Moderator Kai Engelke, Journalist und Krimi-Autor, sich die Frage stellte, „Wie packt man eine solche Aufgabe an, eher sachlich informierend oder verbindend emotional?“, wurde deutlich, dass es Neuland für ihn war und er sich erst an diese Aufgabe herantastete.

Er moderierte dann den Abend souverän mit einfühlsamen Kommentaren.

Zugunsten des Fördervereins Aktion Kunst und Kultur im Unterricht, kurz AKKU genannt, verzichteten alle Künstler auf ihr Honorar. Der vom Verein jährlich als Preis verliehene „Singende Clownskopf“ – mit roter Nase – schmückte als Plastik den Bühnenhintergrund. Des Weiteren wird „Musik macht stark“, eine ebenso sinnvolle und lobenswerte Initiative, unterstützt.

 

Von Beginn an war die Stimmung im Saal locker und entspannt, ganz einfach gut!

„Beginnen wir mit dem Saxophon“, leitete Kai Engelke das Konzert ein. „Dieses Instrument wurde von Adolph Sax 1848 erfunden und hat im Mundstück ein Blatt aus Holz. Das Saxophon ist aus dem gesamten Musikspektrum nicht mehr wegzudenken, sei es Blues, Soul oder Rock, Tanzmusik oder Pop oder symphonische Musik. Es ist stark und zart zugleich, laut und leise und kann tiefe Töne ziehen, die direkt in den Bauch gehen – ein herrliches Instrument!“

Den Anfang machten drei Zehnjährige aus der Musikschule Krefeld. „Wir sind ein Trio“, stellten sie sich vor: Olivia Noseck, Luka Winkelmann und Justus Hünike. Sie begannen mit einer für Saxophon bearbeiteten Mozart-Komposition. Anschließend spielten sie Beethovens Variationen dazu, und als Abschluss folgten modernere Stücke.

Das Publikum war begeistert und belohnte das junge Trio mit viel verdientem Beifall und Bravo-Rufen.

„Ich glaube an die heilende Kraft der Musik sowie die Kraft der Liebe. Beide haben kein Ende und kein Alter, wenn sie von Herzen kommen“, zitierte Kai Engelke die rumänische Sängerin Adina Romana aus Brasow (Kronstadt), die schon als Kind sang und vielfach mit Preisen ausgezeichnet wurde. „Sie wird romantische Lieder aus ihrer Heimat vortragen.“ Nach diesen einführenden Worten betrat sie elegant gekleidet die Bühne und informierte vorab, dass der vorgesehene Pianist ausgefallen und stattdessen der Kantor Hans-Jörg Böckeler eingesprungen sei, wofür sie ihm sehr dankbar sei. „Er hat mir damit mein Leben gerettet!“ Als sie nach einigen wunderschönen Volksliedern das bekannte Liebeslied „Memory“ aus dem Musical „Cats“ sang, waren viele der Zuhörer ergriffen. Sie schloss mit der rumänischen Romanze „Schließe deine Augen“, mit ihrer Stimme das Publikum verzaubernd.

„Unglaublich! So etwas gibt es nur in der Musik! Schließlich haben sich die beiden doch erst vor einigen Stunden kennengelernt“, kommentierte nach langem Beifall Kai Engelke.

Für Spannung und Überraschung sorgte im weiteren Verlauf „Multiphonic“, das als nächstes angesagte Saxophon-Quartett. Die von der renommierten städtischen Musikschule Krefeld geprägten, unter der Leitung des begnadeten Lehrers Laszlo Dömötör ausgebildeten jungen Musiker spielten zunächst ein Werk von Antonin Dvorak. Das für Saxophon umgeschriebene Stück zeichnete phantastische akustische Bilder in den Raum: fliegende Vögel, die flatternd, zwitschernd und spielend durch die Lüfte schwebten. Es folgten ein Tango, ein Klezmer und als weiterer Höhepunkt eine afrikanische Variation, bei der die typischen Bassläufe rhythmisch gegen die Melodien liefen, so dass so manche Zuhörer ihre Hüften nicht stillhalten konnten.

Das Publikum war einfach mitgerissen von Claudia Fruhen, Sopran- und Altsaxophon ebenso wie Salis Kurth, von Fabian Blümke, Tenorsaxophon, und Christian Prehn, Baritonsaxophon.

Der Beifall wollte nicht enden und wurde zu einem rhythmischen Klatschen. Beim einsetzenden Applaus hatten sich die Gesichtszüge der Vier entspannt zu einem zufriedenen sympathischen Lächeln. An einem Klezmer als Zugabe kamen sie nicht vorbei.

Nach der Pause betrat der Neuseeländer Mike Brosnan die Bühne und, augenscheinlich bescheiden, hinter ihm die Sängerin Heike Morbach aus dem Westerwald. Laut Kai Engelke vereine Mike Virtuosität und Ehrlichkeit miteinander, „jenseits von jeder Stromlinie“. Er selber sei Blues-Fan: „Ich mag raue Stimmen, vielleicht mit einem bisschen Bottleneck und Slide-Guitar. Mike ist führender Top-Roots/Americana-Sänger, Gitarrist und Komponist.“

Woraufhin eine unangemessen schroffe Antwort kam: „Kai, du redest Shit!“ Mike setzte noch eins drauf mit „Bullshit“, womit er sich wohl vor dem Publikum seine Rolle festlegen wollte. Die Reaktion war deutlich verhalten: nur einige zögerliche Lacher.

Was nun folgte, war aber gekonntes Spiel seiner Picking-Gitarre, und er sang dazu so gut, dass manch Zuhörern die Luft ausging.

Heike Morbach, die bei einigen Liedern die Zweitstimme sang und damit den Auftritt bereicherte, blieb mit ihrer schönen Stimme – ganz im Sinne Mike Brosnans – im Hintergrund. Etwas mehr Lautstärke hätte dem einen oder anderen Song gut getan. Sie durfte dann auch ein Lied alleine singen... Mike Brosnan strahlte viel Energie aus, das Publikum wurde durchaus gefordert!

Zum Abschluss bat Mike einen jungen Akkordeonspieler von der Gruppe „Schlagsaite“ zu sich auf die Bühne. Der wollte sich zunächst im Hintergrund halten, wurde aber von Mike näher zum Publikum gebeten, was, wenn auch etwas inszeniert, angenehm bescheiden wirkte. Der junge Mann variierte nur kurz mit hohen Tönen Teile von Mikes Stück und füllte es mit gekonnten Improvisationen.

Großer Beifall des Publikums belohnte die Darbietungen der drei Künstler.

Nach einer erforderlichen Umbaupause setzten die fünf Akteure der Gruppe „Schlagsaite“ das musikalische Geschehen fort. Sie sind den „Waldeckern“ bekannt durch ihre Teilnahme und Erfolge bei den Peter-Rohland-Wettbewerben seit dem Jahr 2000. „Schlagsaite“ vertont Texte von Klabund, Borchert, Kästner oder auch Ringelnatz. Aber sie sind auch bemüht und erfolgreich mit eigenen Texten.

Mit „Getan – gewonnen – nicht zerronnen, sondern erst zusammengefunden“ erweiterten sie ihr mal komisch-witziges, mal nachdenkliches Repertoire, das sich in den Genres Folk, Rock, Gypsy und Swing bewegt. Ihr seit längerem nicht mehr vorgetragener Erfolgssong „Die Totengräber der Menschlichkeit“ wurde an diesem Abend wiederbelebt.

Am Ende forderten sie das Publikum zum Mitsingen auf. „Ich habe jahrelang gebraucht um zu verstehen, dass ich ein Vollidiot bin.“, tönte es durch den sakralen Raum. Die „großen Vollidioten“ sollten möglichst laut und die „kleinen“ eher leise singen. Die Mitsänger applaudierten danach so lang, bis noch eine Zugabe fällig war.

 

Es war eine gelungene, abwechselungsreiche Konzertveranstaltung mit vielen Highlights. Den Organisatoren und Veranstaltern sei dafür herzlich gedankt.

Und nach dem offiziellen Schluss, weit nach Mitternacht, wurde es noch typisch „waldeckisch“: Ein kleiner Kreis saß an und auf der Bühne zusammen mit der Gruppe „Schlagsaite“, die Adina Romana zu rumänischen Liedern begleitete. Ein schöner früher Morgen.

Goly Münchrath

Köpfchen 1/2011, Seite 30ff.

 

 


 

 

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Markus Giesler (l) und Markus Breuer Foto: molo

Einladung

Workshop „Eigene Lieder schreiben“

mit Markus Breuer und Markus Giesler von Schlagsaite

Freitag, 4. bis Sonntag, 6. Februar 2011.

Der Workshop richtet sich an alle, die gerne Lieder schreiben (wollen). Vorkenntnisse im Liedermachen sind nicht zwingend notwendig, jedoch sollten die TeilnehmerInnen ein Harmonieinstrument (Gitarre, Klavier etc.) beherrschen und sich bestenfalls auf diesem auch selbst beim Singen begleiten können.

Darüber hinaus sollten die TeilnehmerInnen eigene Texte oder Texte, die sie vertonen wollen, mitbringen, sowie Ideen für oder Fragmente bereits angefangener Lieder, an denen wir weiter arbeiten können.

Programm

Freitag

  • Anreise bis 17 Uhr
  • Gemeinsames Abendessen 18.30 Uhr
  • Absprachen zum Workshop
  • Nach einer kurzen Kennenlernphase werden wir uns exemplarisch mit einigen Liedern beschäftigen. Die TeilnehmerInnen können hier bereits eigene Stücke vorstellen und diskutieren.

Samstag

  • Die TeilnehmerInnen stellen ihre Ideen vor und suchen sich evtl. PartnerInnen zur Zusammenarbeit.
  • Die Referenten bieten nach Bedarf Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen an (Rhythmus und Metrum, Reimschemata, sprachliche Mittel, Ton und Stil, Harmonische Wege und Auswege, Aufbau und Struktur eins Liedes, neu und originell? usw.).
  • Danach arbeiten die TeilnehmerInnen in Einzel- oder Partnerarbeit an ihren Liedern, wobei sie von den Referenten individuell beraten werden.
  • Am Abend folgt eine Präsentation der bisherigen Ergebnisse samt einem Gruppen-Feedback.

Sonntag

  • Weiterarbeit an den Liedern
  • Präsentation der Ergebnisse
  • Aufnahme der Lieder auf CD, um sie allen TeilnehmerInnen als Gedächtnisstütze zukommen zu lassen

Die Referenten

Markus Breuer und Markus Giesler sind beide Mitglieder der Gruppe „Die Schlagsaite“, die seit 2003 eine Mischung aus internationalem Folk und deutschem Liedermachertum spielt. „Die Schlagsaite“ konnte bereits mehrfach erste Preise beim Peter-Rohland-Singewettstreit auf der Waldeck erreichen. 2008 erschien ihre erste CD „Überspielte Verlegenheiten“ und im August 2010 wurde die zweite Studio-CD aufgenommen. Weitere Infos zu Schlagsaite: http://www.schlagsaite.com

Markus Breuer studierte in Köln Englisch und Musik auf Lehramt und arbeitet derzeit an einer Realschule in Hamm. Er singt, spielt Gitarre und Klavier und schreibt die Musik und die Texte für die „Schlagsaite“. Markus Breuer wird während des Workshops die Bereiche Text und Komposition betreuen.

Markus Giesler studiert in Köln Musik und Physik auf Lehramt. Er spielt Akkordeon, Klavier und Bass und wird während des Workshops die Bereiche Arrangement und Harmonielehre abdecken.

TeilnehmerInnen: Junge Leute ab ca. 15 Jahre

Wann und wo?

Vom 4. bis 6. Februar 2011 im Schwabenhaus auf Burg Waldeck.

Kosten

für das Liederheft, CD, die Übernachtungen und leckeres Essen: Nur 25 Euro pro TeilnehmerIn. (Nach der Zusage muss der Teilnahmebeitrag direkt auf das Konto Nr. 12 177 770 der Stiftung bei der Kreissparkasse Rhein-Hunsrück, BLZ 560 517 90, überweisen werden!)

Bitte mitbringen:

Schlafsack, Waschzeug, Matschschuhe, deine Freunde und ein Instrument.

Anmeldung möglichst früh oder bis 20.12.2010 an:

Peter Rohland Stiftung per Mail an molo@burg-waldeck.de.Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Die Anmeldung wird wirksam und verbindlich mit Überweisung des Teilnehmerbeitrags auf das Konto der Peter Rohland Stiftung.

Ihr könnt natürlich auch Fragen zum Workshop oder zur Anreise stellen!

Köpfchen 4/2010, Seite 20f.

 

 


 

 

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Foto: Annika

Einladung

Singeworkshop mit Annika und Stefanie

für Kinder und Jugendliche von 15. bis 17. April 2011

Beim Singewochenende lernen wir neue ein- und mehrstimmige Lieder, die ihr in eure Gruppen mitnehmen könnt. Auch einige Grundlagen zum Gitarrespielen könnt ihr lernen.

Unser Ziel ist es, eine CD zu erstellen, mit der ihr dann zuhause weiter üben könnt.
Jedes Jahr im September wird auf der Waldeck ein Singewettstreit veranstaltet. Die von der Peter Rohland Stiftung unterstützten Singeworkshops sind eine Ergänzung dazu.

Die Peter Rohland Stiftung wurde 2006 auf Burg Waldeck gegründet und fördert im Sinne des Sängers und Liedhistorikers Peter Rohland das Singen und das Lied.

Den Workshop leiten Stefanie Karl, Musiklehrerin und Pfadfinderin und Annika Mies, Sozialarbeiterin und Pfadfinderin.

Spannendes Programm:

Freitag:

  • Gemeinsames Abendessen
  • Lustige Kennenlern-Runde
  • Singeabend zum Aufwärmen

Samstag:

  • Wir lernen gemeinsam neue Lieder
  • Freizeit zum Gegend-Erkunden
  • Workshops: mehrstimmiger Gesang und Gitarrenbegleitung
  • Wir musizieren zusammen und nehmen uns auf CD auf
  • „Bunter Abend“ mit selbstgemachter Musik
  • Zwischendurch leckere Mahlzeiten

Sonntag:

  • Wir singen noch einmal alle Lieder
  • Freiwillig: Gästen etwas vorsingen
  • Abschlussrunde
  • Jeder nimmt ein Liederheft und eine CD mit nach Hause um weiter zu üben.
  • Gemeinsames Mittagessen
  • Abschlussrunde (etwa 14/15 Uhr)

Einen Bericht und Fotos vom Singeworkshop im letzten Jahr findet ihr unter http://vcp-yakima.de/index.php?menuid=68&reporeid=92.

Annika

Wer?
Für alle etwa 10- bis 15-Jährigen.

Wann und wo?
Vom 15. bis 17. April 2011 im Säulenhaus auf Burg Waldeck.

Kosten
Kosten für das Liederheft, CD, die Übernachtungen und leckeres Essen: Nur 20 Euro pro Teilnehmer (nach der Zusage direkt überweisen auf das Konto der Peter Rohland Stiftung: Nr.: 12-177 770. Kreissparkasse Rhein-Hunsrück, BLZ 560 517 90).

Bitte mitbringen:
Schlafsack, Waschzeug, Matschschuhe, deine Freunde und vielleicht eine Gitarre.

Anmeldung möglichst früh an:
Annika Mies,
Tel. 0176 – 206 51 607,
steffenshof@gmx.net

(Ihr könnt mir auch Fragen stellen!)

Köpfchen 4/2010, Seite 19f.

 

 


 

 

Peter Rohland,

die Waldeck-Festivals und

das politische Lied der Revolution von 1848

 

die Peter Rohland Ausstellung jetzt in Berlin

 

15. September – 14. Oktober 2011

im Atrium des Willy-Brandt-Hauses,

Stresemannstrasse 28, 10963 Berlin

 

Vernissage:

Donnerstag; 15. September 2011, 19 Uhr

Begrüssung: Klaus Wettig, Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V.

Vortrag: Holger Böning, Uni Bremen

Einführung: Joachim Michael, Peter Rohland Stiftung

Musikalische Begleitung: Körbel & Letz, Berlin

Im Anschluss: „Forty Eight Crash“, Lieder und Texte aus der Revolution von 1848.

Ein literarisch-musikalisches Programm von und mit dem Duo Stefan Körbel und Michael Letz, Berlin

Köpfchen 2/2011, Seite 5

 

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Foto: Holger Biermann

Ausstellung im Willy-Brandt-Haus in Berlin

„Peter Rohland und das politische Lied“

Im Willy-Brandt-Haus in Berlin wurde am 15. September 2011 die Ausstellung „Peter Rohland und das politische Lied“, die von der Peter Rohland Stiftung zusammengestellt wurde, mit einer Vernissage eröffnet. Unter den ca. zweihundert Gästen waren viele ABW-Mitglieder, die eigens angereist waren.

Zur Begrüßung ließ Klaus Wettig (SPD), der für den Freundeskreis des Willy-Brandt-Hauses sprach, Peter Rohlands Bassbariton-Stimme aus dem Off mit dem Lied „Trotz alledem“ erklingen. Sein Dank galt vor allem Helm König dafür, dass er Stimme und Werk des jung verstorbenen Sängers vor dem Vergessen gerettet hat. Den 1848er-Liedern von Peter Rohland, die im Mittelpunkt der Ausstellung standen, wünschte er eine weite Verbreitung. Dass sie zu erreichen ist, schloss er aus dem Verkaufserfolg des neuen Vorwärts-Liederbuchs, das viele traditionelle Arbeiter- und Freiheitslieder enthält und in kurzer Zeit vergriffen war.

Als Hauptredner der Vernissage würdigte Prof. Dr. Holger Böning (Universität Bremen) Peter Rohland (1933 - 1966) als Pionier des politischen Liedes in der Bundesrepublik. Sein Workshop-Konzert am 27. Mai beim Waldeck-Festival 1965, bei dem die Lieder des Vormärz und der 1848er-Revolution erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, nannte er „ein denkwürdiges Konzert“. Denn mit den 48er-Liedern, die in völlige Vergessenheit geraten waren, sei eine neue Epoche des politischen Singens eingeleitet worden.

Peter Rohland habe mit der Erinnerung an die Anfänge der demokratischen Bewegung in Deutschland das Engagement für die Demokratisierung der heutigen Gesellschaft verbunden und die Lieder als Zeugnisse einer wahrhaft demokratischen Tradition und zugleich als brandaktuelle Aufrufe für mehr Demokratie gesungen.

Für Aufsehen sorgte in den 1960er Jahren, dass er in seinen Kommentaren eine Linie von den unterdrückten demokratischen Bewegungen des neunzehnten Jahrhunderts zum Dritten Reich und zur Gegenwart der BRD zog. Dafür wurde er von den Studenten im Theatersaal der FU Berlin gefeiert, von einflussreichen Kreisen der Berliner CDU aber mit Saalverweigerung abgestraft. Für seinen neuen, realistischen Volksliedbegriff hatten die 48er-Lieder eine Schlüsselbedeutung. Nach seinem Tod übernahmen die Liedermacher und Folksänger der 1970/80er Jahre sein Repertoire und seine Argumentation. Lieder wie „O König von Preußen“ oder „Ob wir rote, gelbe Kragen tragen“ wurden ungemein populär und fanden den Weg zu Konzertbühnen, Protestaktionen der AKW-Gegner und zur Friedensbewegung sowie in das gemeinsame Singen.

Auf die Singetradition in der bündische Jugend eingehend, betonte Böning, es sei kein Zufall, dass gerade die Burg Waldeck der Ort war, an dem sich das demokratische politische Lied artikulierte, denn dort habe man sich schon in den 1950er Jahren, als den Deutschen nicht zum Singen zumute war, mit Negrospirituals, Railroadsongs, Rembetika, Skifflemusik, jiddischen Balladen und mit der ganzen Vielfalt der internationalen Folklore und der Chanson-Tradition der zwanziger Jahre beschäftigt. Das musikalisch-politische Potential, das sich bei den weltoffenen jugendbewegten Gruppen der Waldeck angesammelt hatte, habe zu den Waldeckfestivals der 1960er Jahre geführt, die Musikgeschichte geschrieben und dem neuen deutschen Lied Impulse gegeben haben. Böning schloss mit der Aufforderung, die Lieder der 48er-Revolution nicht nur unter historischem Aspekt zu betrachten.

Im Namen der Peter Rohland Stiftung der ABW Burg Waldeck erläuterte Joachim Michael Arbeitsweise und Ziele der Peter Rohland Stiftung. Eigens begrüßt wurden von ihm Ingrid Thörner und Ingrid Piper, die als Vertreter der Familie Rohland-Aßhoff an der Ausstellungseröffnung teilnahmen. Als Freund aus alten Jungenschaftstagen stellte er die ketzerische Frage, was Peter Rohland eigentlich selbst zur Würdigung seines Werks im Willy-Brandt-Haus gesagt hätte, und gab gleich die Antwort: pitter – wie er bei seinen Freunden hieß – hätte vermutlich bescheiden „abgewinkt“ und eine solche Ehrung in das Reich der Utopie verwiesen.

Musikalisch umrahmt wurden die drei Reden von 1848er-Liedern aus Peter Rohlands Repertoire, die von dem Berliner Duo Stefan Körbel & Michael Letz vorgetragen wurden. Das Bürgerlied „Ob wir rote, gelbe Kragen, Helme oder Hüte tragen“, 1845 im Elbinger Bürgerverein entstanden, durfte zum Abschluss vom Publikum mitgesungen werden.

 

Ein überzeugendes Beispiel, wie die Lieder der 1848er Revolution heute zu neuem Leben erweckt werden können, lieferte das Duo Stefan Körbel & Michael Letz mit ihrer fetzigen Show „forty eight crash“ im zweiten Teil des Abends. Im Mittelpunkt stand die März-Revolution von 1848 in Berlin, bei der die Berliner am 18. März 1848 mit Barrikadenbau und bewaffnetem Widerstand auf die Schüsse des Preußischen Militärs auf friedlich Protestierende reagierten und das Militär zwangen, sich aus der Stadt zurückzuziehen. Mit ständig wechselnden phantasievollen Kostümierungen und bissigen Kommentaren machten Körbel & Letz das historische Geschehen anschaulich, so dass eine packende und gekonnt vorgetragene Revue entstand, die auch äußerst informativ war.

 

Die Ausstellung „Peter Rohland und dass politische Lied“ im Willy-Brandt-Haus in Berlin ist – nach der Präsentation der Ausstellung im Mainzer Landtag im letzten Jahr – ein bemerkenswerter Erfolg der Peter Rohland Stiftung bei ihren Bemühungen, Peter Rohland posthum die verdiente öffentliche Anerkennung zu verschaffen, die ihm aufgrund seines frühen Todes zu Lebzeiten versagt geblieben ist.

Eckard Holler (Berlin)

P.S.: Die Ausstellung war vom 16. September bis 14. Oktober geöffnet. Sie bestand aus zwei Teilen:

1. Acht Tafeln mit Informationen über Peter Rohland und dessen Liedzyklen, zusammengestellt von der Peter Rohland Stiftung.
2. Sechs Tafeln mit Informationen zu den sechs Waldeck-Festivals von 1964 bis 1969, zusammengestellt vom Verein „Lied und soziale Bewegungen e.V.“ (Berlin).

Köpfchen 3+4/2011, Seite 28ff.

 

 


 

 

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Ständchen Foto: Dido

Ömmel ist wieder da

Zehnter A-cappella-Workshop

Es war schon spät geworden, als die Truppe des zehnten A-cappella-Seminars samt Helmut Alba (Ömmel) am Freitag, dem 7. Oktober 2011das Säulenhaus der Burg Waldeck erblickte. Helmut schwärmte schon zuvor von einem zauberhaftem Essen und einer besonders herzlichen Gastfreundschaft. Meine Ansprüche waren also entsprechend hoch, da es mein erster Besuch auf der Burg Waldeck war und wegen Helmuts Lob. Deswegen freut es mich auch zu sagen, dass meine Ansprüche ausnahmslos erfüllt wurden. Das Essen war so köstlich, dass man sich gerne noch ein- bis zweimal einen Nachschlag gönnte. Außerdem ein Kompliment für den sagenhaften Schokopudding zum Dessert. Wir wurden herzlichst empfangen und dank dem netten Personal Dido, Happy und Mannschaft fühlte man sich gleich wie zu Hause. Das Gebäude ist gemütlich eingerichtet und hat seinen ganz eigenen Charme, der von vergangenen Zeiten erzählt.

Doch wir waren nicht nur wegen dem guten Essen und der Gastfreundschaft da, sondern auch, um uns gesanglich weiterzuentwickeln. Und dies gelingt am besten in einer relativ kleinen Gruppe, wo Helmut gezielt auf jeden Einzelnen eingehen kann und so das Beste aus einem rausholt.

Ich singe schon etwas länger mit Helmut zusammen, da er auch das Ensemble Melange in Herkenrath bei Köln coacht, in dem ich singe, deswegen ist Barbershop kein Neuland für mich. Es hat viel Spaß gemacht, an bekannten Stücken wie z.B. „Friends“, eine tolle Popballade, zu proben und rum zu feilen. Ich war überrascht von dem guten Sound, vor allem weil wir in dieser Konstellation noch nie zusammen gesungen haben. Besonders Spaß haben Tags gemacht, aber auch kleine Experimente, wie z.B. der „Wir haben Hunger-Song“, den wir kurzfristig vor dem Mittagessen einstudiert haben und den wir dann anschließend demonstrativ vor der Küche vierstimmig präsentierten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass mir das Seminar musikalisch viel gebracht hat. Zum Beispiel haben mir die Stimmbildung, vom „breathing – gut helfende Atemtechniken“ über das „voicing – richtiger Stimmensitz“ bis hin zum Vokalausgleich oder einfach die Präsentation – dass man zeigt: „Man hat Spaß am Singen!“ – dabei geholfen.

Jeder Abend endete mit einem gemütlichen Beisammensein, bei dem die drei älteren den jüngeren Teilnehmern, zu denen ich auch gehöre, ein paar Anekdoten aus ihrem Leben erzählten. Dazu wurde dann auch gern ein Bier oder Wein getrunken und natürlich viel gelacht.

Alles in allem war es ein gelungenes Wochenende.

Alexander Metten, 19 Jahre alt

Köpfchen 3+4/2011, Seite 31

 

 


 

 

Elfter A-cappella-Workshop mit Helmut Alba (Ömmel)

„Willkommen in meinem Wohnzimmer ...,“

Ja, willkommen waren wir auf der Waldeck! Zwar oft schon beschrieben, dennoch immer wieder erwähnenswert: Die Rundum-Fürsorge für das leibliche Wohl durch die Waldeck-Mannschaft: Daniel, Maria, Georg, Dido und Happy sorgten bestens für uns. (Ich habe doch hoffentlich niemanden vergessen?). Das Essen war ein Augen- und Gaumenschmaus. Herrlich!

Dazu die Landschaft drum herum: Auch diese war in „gleichbleibender Qualität“ vorhanden. Wegkommen vom Getriebe des Alltags, das geht hier! Dazu schönster Sonnenschein bei frischen Temperaturen.

Deshalb ein vierstimmig vorgetragenes „Danke!“

Wie das klingen könnte, hören „Barbershoper“ (Augen zu und Gänsehaut)! Da es sehr gut klingt, kommt nun die Auflösung der Überschrift: Originalton Ömmel:

„Willkommen in meinem Wohnzimmer!“

Das Wohnzimmer gehört Ömmel. Es ist gefüllt mit Tönen, Akkorden und einer großen Anzahl von Tags (die harmonisch anspruchsvolle Ausschmückungen des gehaltenen Schlusstones eines Satzes), und wenn es auch bei uns so schön klang, erging von Ömmel die oben erwähnte Einladung. Will heißen: Unsere Töne störten nicht in seinem Innenraum.

Doch zwei Schritte zurück. Schon lange las und hörte ich vom Barbershop-Seminar auf der Waldeck. So richtig hingetraut habe ich mich nicht. Was tun? Verstärkung musste her. So lud ich mir Huberta, Ingrid und Thomas ein, als Unterstützung und Rückendeckung, um diese Art zu singen auszuprobieren. Es ging gut und dazu waren Mechthild und Dido sehr stimmfreudig mit in der Gruppe dabei. Es hat einfach Freude gemacht, zusammen zu singen!

Originalton Ingrid:

„Ob wir uns getraut hätten, zu diesem Wochenende zu fahren, wenn wir gewusst hätten, dass wir eine überraschend kleine Gruppe sein würden? Mich hat das anfangs unter Druck gesetzt, dass jede Stimme nur ein-, höchstens zweimal besetzt war. Jeder falsche Ton würde zu hören sein! Unsere kleine Vierergruppe, die aus Heidelberg angereist war, hatte ja schon lange Zeit zusammen Lieder gesungen.

Ich war aber sehr überrascht darüber, wie anders Singen sein kann. Plötzlich kommt es nicht mehr darauf an, sich anzustrengen und immer wieder unter Druck zu setzen. Was uns ja leider immer wieder in die Situation gebracht hatte, mit der Stimme zu pressen, bis sie heiser wurde.

Als Gegenmittel waren die Einsing-Übungen sehr hilfreich. Wir lernten den Hals von Schleim zu befreien, ohne die Stimmbänder durch Räuspern zu strapazieren. Erstaunt registrierten wir, dass wir danach auf Anhieb auch schwerere, z.B. höhere Töne trafen. Wir lernten, den Atem nicht aus dem Brustkorb zu pressen, sondern ihn durch Bauch- und Zwerchfellatmung von ganz unten her fließen zu lassen. Wir waren erstaunt darüber, dass der gesungene Ton, wie von selbst, immer länger gehalten werden konnte.

Ein wesentlicher Schwerpunkt des Seminars lag darauf, ob wir die Mitsänger hören konnten und ob wir mit unserer Stimme das sagten, was wir mochten. Das war das wichtigste Erlebnis des Wochenendes: Dies wunderbare Gruseln, wenn wir einen besonders schönen Akkord sangen! Ömmel wusste uns da hinzuführen, indem er uns plötzlich an einer Stelle mit einer langen Fermate anhalten ließ. Welch ein Klang! Manchmal waren das ganz ungewohnte Akkorde für uns, irgendwo aus dem Jazz geholt. Und diese Freude, wie sich das Ganze auflöste und rund wurde.

Interessant war für mich auch, dass ich anfing, leichte Vibrationen hören zu können, die entstehen, wenn zwei Töne nicht genau sauber zueinander passen. Schön war es zu erleben, diese Erfahrungen machen zu können, ohne das Gefühl, bloßgestellt oder unangenehm kritisiert worden zu sein. Ein Beispiel hierfür ist Ömmels Fähigkeit, einen falsch gesungenen Ton freudig als eine interessante Variante des Liedes aufzunehmen und diese weiterzuentwickeln. So haben wir mit großem Vergnügen viele kleine Liedfragmente (Tags) immer wieder neu genossen und daran unser Ohr geschärft und unsere Fähigkeiten ausgebaut.“

Ein Singen und Klingen den ganzen Workshop hindurch. Schon zum Frühstück, eine kleine vierstimmige Improvisation, um den schönen Morgen zu begrüßen. Wir konnten damit nicht nur uns, sondern auch Mitglieder des Chores erfreuen, der zur gleichen Zeit ein Probenwochenende hatte. Abends, beim Weine, weiter ausprobieren: Wie könnten neue Harmonien zu uns bekannten Liedern gefunden werden? Da geht es innerlich schon wieder los!

Sonntag-Morgen ein gemeinsames Einsingen der Anwesenden an der frischen Luft. Dann ging jede Gruppe wieder ihren eigenen musikalischen Weg.

Ein Wochenende gefüllt mit schönsten Harmonien, eine Stärkung für Leib und Seele. Wir sind wieder gerüstet für den Alltag.

Danke an Ömmel für die Vermittlung eines Singens, das Singen zu einem besonderen Erlebnis macht! Allen, die gerne mehrstimmig singen, sei der Workshop als gewinnbringende „Fortbildung“ empfohlen.

Der Peter Rohland Stiftung sei Dank für die Unterstützung, die diese Workshops auf der Waldeck ermöglicht!

Josef Engel

Köpfchen 1+2/2012, Seite 22+24f.