Tobias Thiele berichtet:

7 Tobias Thiele UK w250Eindrücke vom 18. Peter-Rohland-Singewettstreit

Freitagabend gegen 21:30 kam ich mit meiner Frau und unserem Freund Constants auf der Waldeck an. Leider etwas verspätet, um die Pitters-Night komplett mitzubekommen; doch was wir dann noch von Hanno Botsch erzählt und zu hören bekamen hat uns gefesselt. Ein Eindruck aus Filmausschnitten, Musik und Bildern davon, was Pitter einmal war. Ein schöner Auftakt, um den Aufenthalt auf der Waldeck als Kulturstipendiat der Peter Rohland Stiftung zu beginnen.

Danach gingen die gemeinsamen Gesänge los, und ich hatte, um ehrlich zu sein, keine Ahnung davon, was für Kräfte bündische Gesänge entfalten können. Manchmal musste ich fragen, in welcher Sprache gerade gesungen wird, und die griechischen, schlesischen, russischen und italienischen Lieder, die um das Lagerfeuer gesungen wurden zogen mich in ihren Bann. Bei Bela Ciao konnten wir dann auch mitsingen, was uns sonst eher schwer fiel. Beeindruckt waren wir davon, wie viele Lieder gesungen wurden. Noch in den Morgenstunden wurden wir von den Gesängen in den Schlaf gesungen – ein wunderbares Gefühl.

Am Samstag freute ich mich früh um elf Uhr bei der Auslosung der Reihenfolge für den Wettstreit, die Sängerin und Liederschreiberin Heike Mildner, eine mir bereits bekannte Weggefährtin, wiederzutreffen. Um vierzehn Uhr ging es mit dem Singewettstreit los. In vier Kategorien präsentierten sich Fahrtengruppen, wobei man da dieses Mal leider beim Singular bleiben musste, Einzelsänger, Singekreise und Ensembles. Die Qualität aller war überraschend gut. Die absolute Frauen-Power der Bassschwestern hat uns besonders gefallen. Es war spannend zu sehen, wie bereits bekannte Waldecker auf Neulinge trafen. Jedes Lied, von den Liederwebern von Brüderchen und Schwesterchen bis zu den Landschaften von Heike Mildner, zeichnete Bilder und Zustände von Vergangenem bis zur Gegenwart, von einer Welt, in der wir leben, und einer, in der wir gerne leben möchten. Nämlich einer mit Breitbandanschluss auch am letzten Ende jeder Landschaft ;). Um nur ein Bild der vielen zu nennen. Ein wirklich schöner Samstag auf der Waldeck.

Als aktueller Kulturstipendiat der Peter Rohland Stiftung war es für mich überraschend, auch gleich den ersten Preis in der Kategorie der Einzelsänger zu bekommen. Das war gewissermaßen der perfekte Einstieg in die Zeit auf der Waldeck, um auf den Spuren meiner sieben Vorgängerinnen und Vorgänger (Masha Potempa, Dota Kehr, Holger Saarmann, Martin Betz, u.a.), die seit 2013 die Waldeck besucht haben, die Gelegenheit zu haben, das schöpferische Potential der Waldeck zu entdecken.

TT – Tobias Thiele

Köpfchen 4/2017, Seite 24f.