Flobêr berichten:

6 Flober Uller Koenig P1110022 w250„Wir leben und wir lieben – und um uns tobt die Zeit.“

Um diesen Kehrvers kreist unser Lied „Immer dasselbe“, das wir 2016 auf der Burg Waldeck geschrieben haben.

Kennen wir das Toben nicht alle? Da ist nicht nur das verrückte, sich ewig wiederholende Weltgeschehen. Da ist auch der eigene Alltag, der uns umgibt, die Arbeit, die uns, selbst wenn wir sie lieben, sehr in Anspruch nimmt. Und unsere Familie, die uns in Anspruch nimmt, gerade weil wir sie lieben, und um die man sich sorgt, in jeder Bedeutung des Wortes.

Um es Liedkünstlern zu ermöglichen, der tobenden Zeit einmal kurz entfliehen zu können, wurde wohl das WaldeckKulturStipendium ins Leben gerufen. Im Jahr 2016 waren wir die Glücklichen, die es in Anspruch nehmen durften.

Wir sind FloBêr: Florian Krämer und Bernard P. Bielmann, Musiker und Liedermacher, die insbesondere regelmäßigen Besuchern des Peter-Rohland-Singewettstreits nicht unbekannt sein dürften.
Obwohl wir beide aus dem Südwesten Berlins stammen, haben wir uns erst auf der Waldeck kennen gelernt. Es war die Musik, die uns verbunden hat. Und das bündische Umfeld: Obwohl wir beide nie Mitglied eines Bundes waren, sind wir förmlich in die bündische Szene hineingewachsen, maßgeblich über die Lieder, die hier weitergetragen und neu geschaffen werden.
Im Jahr 2015 haben wir beschlossen, unsere eigenen Lieder und Instrumente zusammenzuführen und FloBêr ins Leben gerufen.

Im letzten Jahr haben wir unser Debüt-Album „VonWegen“ veröffentlicht, auf dem wir am Bass von Max Johannson und an der Percussion von Andreas Albrecht begleitet werden, der unser Album auch produziert hat. Andreas ist selbst Liedermacher und uns im Laufe des letzten Jahres zu einem guten Freund geworden. Als wir ihm von der Waldeck und unserem Stipendium berichtet haben, war er Feuer und Flamme, uns in den Hunsrück zu folgen.

Und so kam es, dass wir uns in den letzten Tagen des August nach und nach zu dritt auf der Waldeck ein- und im Mohrihaus Quartier fanden. Wir wollten uns besinnen und uns Zeit für neue, erstmals wirklich gemeinsam geschriebene Lieder nehmen. Und dann waren es am Ende doch nur ein paar Tage: Das Leben hat uns eingeholt, und unsere Familie. Denn wir ließen in Berlin eine kranke Mutter und einen kranken Vater zurück. Als in den wenigen Tagen im Hunsrück die Sorge wuchs, war klar: Wir müssen zurück.

Und trotz der kurzen Zeit waren es unglaublich intensive Tage, an denen zwei bis vier neue gemeinsame Lieder entstanden sind. Zwei davon haben wir dann auch gleich auf dem Peter-Rohland-Singewettstreit zum besten gegeben. Denn wir sind wiedergekommen. Anstatt wie geplant bis zum Wettstreit zu bleiben, sind wir ab- und dann doch wieder angereist. Weil wir unser Album unbedingt hier das Licht der Welt erblicken sollte.

Und um zu sagen: Ja, wir sind hier. Wir sind dankbar, diese Chance bekommen zu haben, auch wenn sie nur kurz war. Und wir sind dankbar dafür, dass es einen Ort wie diesen gibt, an den sich zurückziehen kann, wem das Toben der Welt um ihn herum zu viel wird.

Bernard P. Bielmann

FloBêr – „VonWegen“ ist erschienen bei silberblick-musik. Infos und Bestellung: www.flober.eu

Köpfchen 1+2/2017, Seite 21