Christof Stählin Tribute-Album „Nur meine Lieder“

Max Prosa, Bodo Wartke, Barbara Thalheim, Reinhard Mey, Erwin Grosche, Claudia Fink, Sebastian Krämer und viele andere Kolleginnen und Kollegen haben zu Christof Stählins achtzigstem Geburtstag wunderbare neue Versionen seiner Lieder aufgenommen.

Die Tribute-CD ist Album des Monats Juli 2022 der Liederbestenliste und ist bei Buschfunk erschienen.

Die Peter Rohland Stiftung hat diese Publikation finanziell unterstützt.

Aus einem Pressetext von Holger Saarman, seit 2022 Geschäftsführer der Christof Stählin-Gesellschaft:

„80 Jahre wäre er dieses Jahr geworden, der Wortmagier, Universalgelehrte & Philosoph Christof Stählin. Dichter, Schriftsteller, Essayist, Kabarettist, Sprachforscher, Musiker, Poesielehrer … was war er eigentlich nicht?

Geboren 1942 im mittelfränkischen Rothenburg ob der Tauber in eine weitverzweigte namhafte Theologenfamilie, in den Sechzigern regelmäßiger Teilnehmer der legendären Waldeck-Festivals, finanzierte er sein Studium der Völkerkunde und Soziologie in Tübingen zunächst durch journalistische Arbeiten, später durch seine Konzertauftritte. Schon 1975 begann er, Kollegen seine künstlerischen Einsichten in Form von Workshops zu vermitteln. 1976 erhielt er erstmals den Deutschen Kleinkunstpreis, 2013 erneut für sein Lebenswerk. Zwei Jahre später verstarb Christof nach kurzer, schwerer Krankheit, und ich – seit 2005 Teilnehmer der Seminare und Freundestreffen seiner AKADEMIE FÜR POESIE UND MUSIK, SAGO – signalisierte seinen Erben, daß mir die Sichtung und Sicherung des Nachlasses ein großes Anliegen wäre. 2017 gründeten wir, seine Freunde mit seinen Söhnen Anselm und Wenzel, die Christof Stählin-Gesellschaft und entschieden, den Nachlass nicht einem Literatur-, Liederoder Kabarettarchiv zu überlassen, sondern selbst darin zu forschen. Gemeinsam sammelten und entwickelten wir diverse Ideen, und nun, 2022, hat ein Teil davon Veröffentlichungsreife erlangt: Unser großes Christof Stählin-Liederbuch, Philipp S. Rhaesas Lehrbuch der Stählin-Poetik: „Sago – alles, was ein Dichter braucht“, und das vorliegende neue Tribute-Album.

Die von den KollegInnen ausgewählten Lieder umspannen zeitlich beinahe die gesamte Schaffenszeit Christofs. Grob ließe sich diese in drei Phasen unterteilen: Stählins Alterswerk ist geprägt von Dankbarkeit für die Erscheinungen der Welt („Ich habe vor“, „In hundert Jahren“). Ganz anders sein Frühwerk: „Privatlieder“, der Titel seiner Debüt-LP (die einzige, die er nicht selbst verlegte) verstand sich als selbstbewusst-lächelnde Kampfansage an die politischen Ideologen der 68er, deren Phrasen und Lebensstil er in messerscharfen Satiren aufs Korn nahm. Von gewissen Anzüglichkeiten („Der Busen“) distanzierte er sich später. Zwischen Jugendund Alterswerk lag eine Phase höchst bizarrer Gedankenspiele und philosophischer Experimente: „Kapitän“, „Raumverdrängung“ und „Schneeflockentanz“ gehören hierher. 1976 gründete Christof Stählin mit dem Trompeter und Barockmusik-Spezialisten Edward Tarr und – ab 1978 – dem Cellisten und Kontrabassisten Martin Bärenz das Ensemble FANFARE DER POESIE, das als Klangkörper die Eigenwilligkeit seiner Texte unterstrich und sich als Bund auf Lebenszeit erweisen sollte. Als Koordinator dieses CD-Projekts bin ich begeistert, wie sich auf diesem Album Christofs poetischer Reichtum adäquat in den vielen stilistischen Facetten seiner älteren und jüngeren Wegbegleiter spiegelt – und froh, daß sich mit Buschfunk ein namhaftes, traditionsbewusstes Label dafür fand. Ich danke allen, die dieses Projekt mit ebenso herzerfüllten wie hochwertigen Beiträgen bereicherten, nebst all jenen (Tonmeistern, Caterern, Beratern, Netzwerkern, …) die selbst im Kleingedruckten namentlich unerwähnt bleiben. Ohne sie liefe nix. Auch im Namen des Labels geht ein großer Dank an unsere Förderer: Staatssekretär Prof. Dr. Jürgen Hardeck, die Peter Rohland Stiftung und die Christof Stählin-Gesellschaft.“

Titelliste

  1. Die Kastanien – Joana & Barbara Thalheim
  2. Der Clown – Max Prosa
  3. Die Liebe der Wale – Thomas Felder & Johanna Zeul
  4. Amors Becher – Sebastian Krämer
  5. Die Dorfgeräusche – Dietlinde Ellsässer & Martin Betz
  6. Was hätt‘ ich denn davon – Linard Bardill
  7. Ein Skelett … – Philipp Schmidt-Rhaesa
  8. Der Kapitän – Johanna Zeul
  9. Standort – Reinhard Mey
  10. Schneeflockentanz – Charlotte & Elisabeth
  11. Ich habe vor – Erwin Grosche & Gerhard Gemke
  12. Komm, küss mich – Claudia Fink & Max Prosa
  13. Die Raumverdrängung – Bernd Kohlhepp & Martin Betz
  14. Der Busen – Bodo Wartke
  15. Der Wind – Holger Saarmann & Matthias Binner
  16. Unser Deutschland – Barbara Thalheim & Joana
  17. In 100 Jahren – Manfred Maurenbrecher & Andreas Albrecht