Zurück zu Jahresrückblicke auf die Tätigkeit der Stiftung 2020 – 2006

Jahresrückblick 2008

PRS – Blick zurück und nach vorn

Gesucht: Stifter, Spender – und Power!

Zum Jahreswechsel 2007/2008 kann die Peter Rohland Stiftung auf rund eineinhalb Jahre zurückblicken. Im Vergleich zur Geschichte des Vereins ABW oder gar der Burg Waldeck relativ wenig. Trotzdem muss sich die Stiftung nicht verstecken.

Das optimistische Ziel von Hunderttausend Euro Stiftungskapital, das Mitgründer mike (Joachim Michael) bei der Vorstellung der PRS auf der ABW-Mitgliederversammlung im November 2006 anvisierte, konnte zwar noch nicht ganz erreicht werden. Der größte Teil der Wegstrecke ist aber geschafft.

Die ABW erhielt von der Stiftung als Darlehen frisches Geld für Investitionen, und die Stiftung erhält im Gegenzug Zinsen, um damit, ergänzend zu Spendengeldern, Projekte zu finanzieren.

Zustiftungen und Spenden von außen können vermeldet werden. Vielen Dank an Peter Haller in Stuttgart, an die Geschwister von Peter Rohland und an Helga Wyss-Paasche, die Tochter von Hans Paasche, einer wichtigen Gestalt in der Geschichte der Jugendbewegung. Auch Helm König und den Brüdern Kröher ist zu danken. Sie haben auf Jubiläumsfesten mit Erfolg für Spenden an die Stiftung geworben – anstelle von Geschenken.

Spendern und Zustiftern kann aufgrund der nun endgültigen Anerkennung der Stiftung durch das Finanzamt Simmern-Zell vom 13.11.2007 die steuerwirksame Zuwendungsbestätigung mit bester Berechtigung ausgestellt werden. Das neue Gesetz zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements schafft zusätzliche Möglichkeiten der steuerlichen Absetzbarkeit. Dies als Signal an alle, die jetzt oder demnächst wieder mit ihrer Steuererklärung kämpfen müssen und noch Wege zur Minderung ihrer Steuerlast suchen. Die Stiftung kann raten und helfen!

Was macht die Stiftung?
Sie ist mit ehrenamtlichen Kräften selber aktiv. Etwa zur Wiederbelebung der Jour-fixe-Veranstaltungen auf oder nahe der Waldeck. Zuletzt mit der Vorstellung des Ost-Liedermachers Gerhard Gundermann und demnächst, am 7. Juni 08, des legendären amerikanischen Folksängers Phil Ochs durch Gerd Schinkel.

Vor allem ist es gelungen, in Ergänzung zum Peter-Rohland-Singewettstreit ein Projekt zur Förderung des Singens in Jugendgruppen in Gang zu bringen. Dank an Kerstin Schiel und Jörg Seyffahrth (Plauder), die den ersten Singeworkshop für die PRS leiten, und zwar vom 15. bis zum 17. Februar 2008 auf dem Kochshof des Jugendbundes Zugvogel in Odenthal nahe Köln. Wenn dieser erste Probelauf erfolgreich ist, soll die Reihe fortgesetzt werden. Auf dem Kochshof, auf der Waldeck. Wo sich eben günstige Voraussetzungen bieten. Auch andere Workshop-Leiter, ggf. an anderen Orten, sind willkommen.

Ein anspruchsvolles, ehrgeiziges Projekt ist auch die Zusammenarbeit mit dem Plattenlabel Bear Family Records, wo eine Auswahl von zehn CDs aus den geretteten und archivierten Aufnahmen der legendären Festivals Chanson Folklore International der sechziger Jahre (147 CDs) samt einem ansehnlichen Text- und Bildband vorbereitet wird. Das wird im vierzigsten Jahr nach dem turbulenten Festival von 1968 die erste umfassende Ton/Bild/Text-Darstellung dieser bislang bekanntesten Waldeck-Ereignisse sein.

Die Stiftung fördert im Übrigen

  • das „Festival des kritischen Liedes“, 7. bis 9. März 2008 im Saarland,
  • das von Hotte und anderen organisierte internationale Theater- und Musik-Treffen für junge Künstler zwischen 17 und 27 Jahren vom 25. Juli bis 3. August 2008 auf der Waldeck, genannt Summer Stage Waldeck,
  • die Beschaffung eines neuen (intakten, gebrauchten, abschließbaren) Klaviers für die Waldeck, das den Könnern als Übungsinstrument vorbehalten sein soll.

Verhandelt wird über die Beschaffung des ersten Films, der mit Festivalkünstlern von 1964 gedreht und im Februar 1965 vom SFB gesendet wurde – damals noch mit Peter Rohland. Da die Beschaffung durch die notwendigen Umformatierungen nicht ganz billig ist, werden noch noble Spender gesucht – z.B. unter den damals beteiligten Künstlern.

Auch die weitere Vermittlung der Ausstellung Peter Rohland – Leben und Werk, die zu Pfingsten 2007 auf der Waldeck ihren erfolgreichen Einstand hatte, wird betrieben. Zurzeit hängt die Ausstellung im Archiv der deutschen Jugendbewegung auf Burg Ludwigstein. Die Komprimierung der Ausstellung in eine A4-Broschüre und gleichzeitig in eine Internetpräsentation steht auf der Agenda.

Die PRS-Homepage wurde, wie die ABW-Homepage, auf die Rechner des Köpfchen-Layouters GsbXmedia überführt und wird inhaltlich weiter ausgebaut.

 

Die PRS ist die Gründung von Waldeck-Oldies. Aber keineswegs allein auf Oldie-Themen fokussiert. Von Oldies wurde mit der Stiftung eine Plattform geschaffen, die waldecknahe Themen fördert und dafür Mittel mit optimaler Steuerbegünstigung einwirbt.

Die Stiftung ist aber ausdrücklich auch für junge Mitmacher offen. In bewährter Waldecktradition können in der Stiftung junge, ältere und alte Waldecker produktiv zusammenwirken. Vielleicht ist bei den Alten mehr Moos zu holen, dafür sollten die Jungen ihre Power einbringen!

molo

PRS-Konto Nr. 12 117 770
KSK Rhein-Hunsrück
BLZ 560 517 90
IBAN DE48 5605 1790 0012 1777 70

Köpfchen 4/2007, Seite12f.


Was macht die Peter Rohland Stiftung (PRS)?

Die Vorstellung der CD-Edition über die alten Festivals (10 CDs samt 240seitigem Begleitbuch) durch Bear Family Records beendete eine dreivierteljährige Parforce-Tour, in der Mitglieder des Stiftungsrates dem kreativen Team um Bear-Chef Richard Weize (der auch die Bildredaktion verantwortete sowie Jürgen Feuß, Bremen, als Meister der Töne und Michael Kleff, Bonn/New York, als Beschaffer und Verfasser der Texte) zuzuarbeiten und vielerlei Fragen zu beantworten hatten. Das vorgelegte Werk rechtfertigt alle Anstrengungen – und erste Kommentare bestätigen es überschwänglich. Auch unser kritischer Altmeister und ehedem Festivalmanager Jürgen Kahle konnte in das Lob einstimmen.

Parallel zum pfingstlichen Liederfest konnte in der Waldeck-Bühne die Ausstellung „Hai & Topsy – Bilder, Lieder & Geschichten“ gezeigt werden, die im letzten Herbst schon am früheren Wohnort von Hai Frankl, in Wiesbaden, zu sehen war. Die Ausstellungsmacher Anne und Ede Bolland-Bück füllten den hohen Bühnenraum perfekt und bauten – mit demselben Ausstellungsmaterial wie in Wiesbaden – eine andere, optisch sehr beeindruckende Schau auf. Das Festivalpublikum nutzte den kurzen Weg vom Festzelt und Festwiese zu ausgiebigen Besuchen. Die Stiftung unterstützte auch dieses Projekt finanziell und durch kräftiges Anpacken beim Auf- und Abbau.

Im Juni erinnerte Gerd Schinkel auf Einladung der PRS an die amerikanische Folklegende Phil Ochs – vierzig Jahre nach dessen Waldeck-Festival-Auftritt. Ein guter Vortrag mit Engagement und tiefer Sachkunde und ein Angebot zum Jour fixe als Treffpunkt für Mitglieder des Vereins und für Freunde der Waldeck. Der Zuspruch blieb trotz einiger Werbung recht begrenzt. Dafür konnte man einige dem Insider unbekannte Gesichter wahrnehmen, die sich als Fans des Waldecker Musikangebots an Pfingsten und anderen Terminen vorstellten. Ein weither angereister Besucher kompensierte den nicht erhobenen Eintritt durch eine beachtliche nachträgliche Spende an die Stiftung. Also doch eine gewisse Bestätigung der investierten Arbeit!

Parallel zum Vortrag übte Ömmel mit seiner Barbershop-Gruppe den mehrstimmigen A-cappella-Gesang. Mitternächtlich im Café gab er der sich erquickenden Jour-fixe-Runde eine Kostprobe, die so überzeugend ausfiel, dass sich der Stiftungsrat demnächst einem Förderantrag kaum wird entziehen können.

Nebenbei unterstützte die PRS den unermüdlichen Marcus bei der Komplettierung der Beleuchtung in der Bühne. Gerd Schinkel und sein Publikum profitierten vom neuen, eigentlich selbstverständlichen Lichtkomfort.

Vom 8. Juli bis 10. August 2008 wird die Stadt Göppingen im städtischen Museum ihren früheren Schüler, Abiturienten und Jungendgruppenleiter aus der Schwäbischen Jungenschaft, in ihrer Reihe „Göppinger Köpfe“ mit der von der PRS erarbeiteten Ausstellung ehren. Peter Rohland wird damit von seiner Heimatstadt als „Sänger, Liedermacher, Volksliedforscher“ in eine lange Liste von Geehrten eingereiht. Überregional bekannt sind davon vor allem Hermann Hesse und Matthias Erzberger.

Im Juli/August unterstützt die PRS die An- und Abreise von jungen Osteuropäern zur Waldecker Summer Stage.

Im September wird die BDP-MTK-Initiative, der Workshop „Lieder schreiben“, in der Berliner Hütte gefördert, für den neben Lutz Eichhorn auch Martin Sommer als Referent gewonnen werden konnten.

Und am letzten Wochenende im Oktober/Beginn November steht der schon erprobte Singeworkshop mit Plauder und Kerstin wieder an, diesmal auf der Waldeck. Bei dieser Initiative der Stiftung ist die PRS nicht nur finanziell, sondern auch organisierend engagiert.

Zu Beginn der Sommerpause 2008 werden die an der PRS als Spender und Stifter Beteiligten über den Stand und den Verbleib ihres Geldes und die Stiftungsaktivitäten per Brief informiert. In Verbindung damit wird eine Broschüre verschickt undvorgestellt, die den Inhalt der Peter-Rohland-Ausstellung im handlichen Format A 4 in gutem Farbdruck wiedergibt. Nicht nur die Arbeit, auch die Kosten wurden aus den Reihen der Stiftung und durch Spenden aufgebracht. Vom Verkauf der Broschüre à 20 € erhofft sich die PRS, wie schon durch den Vertrieb der Peter-Rohland-CD „Die frühen Lieder“, weitere Schübe in ihre Kasse.

Von dem Ende April vorgestellten Neunzig-Minuten-Film „Falado“ über Leben und Werk der Volkssänger Hein & Oss Kröher hat die Autorin Gabi Helleen Bollinger als Dank für aus Stiftungskreisen geleistete Unterstützung fünfzehn Kopien auf DVD zur Verfügung gestellt. Sie sind zugunsten der Stiftung für je 20 € im Angebot.

Zwei Jahre besteht die Stiftung nun. Die hochgesteckten Anfangsziele beim Aufbau des Stiftungskapitals konnten noch nicht erreicht werden. Aber einigermaßen bekannt wurde die Stiftung inzwischen durch ihre Aktivitäten, auch über die engeren Grenzen des Waldeck-Umfeldes hinaus.

Hoffentlich reicht es zum kommenden Jahresende, das Stiftungskapital auf einen sechsstelligen Betrag zu hieven. Jedenfalls machen sich die Zins-Ertäge auf der Förderseite bereits sehr positiv bemerkbar.

molo

Spenden und Zustiftungen an:
Peter Rohland Stiftung
Konto 12 177 770
KSK Rhein-Hunsrück, BLZ 560 517 90
IBAN DE48 5605 1790 0012 1777 70

Köpfchen 2/2008, Seite 21f